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Supply Chain Management auf dem Prüfstand
[30.10.2011]
Eine Studie der Management Consultants Horváth & Partners zeigt, dass die Verschiebung der Ziele Anpassungen im SCM erfordert.
Im Supply Chain Management (SCM) werden Flexibilität und Nachhaltigkeit künftig erheblich an Bedeutung gewinnen. Das macht Anpassungen unabdingbar - von der Strategie über Organisation und Prozesse bis zum Controlling. Doch viele Unternehmen sind für diese Herausforderung unzureichend gerüstet. Das belegt eine aktuelle Studie der Managementberatung Horváth & Partners. Die gute Nachricht: Aus der Befragung ergeben sich auch viele Ansatzpunkte, wie die Ziele besser erreicht werden können.
Fokus verschiebt sich
Die Studie “Supply Chain Performance Management” zeigt, dass sich die relative Bedeutung verschiedener Ziele im Supply Chain Management in Zukunft deutlich verändern wird. Zurzeit liegt der Fokus noch auf der Kosteneffizienz: Zwei Drittel der Studienteilnehmer benennen diese als aktuell wichtigstes Ziel. Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet jedoch, dass künftig die Flexibilität besonders wichtig sein wird. Und ein knappes Drittel bescheinigt auch der Nachhaltigkeit, die aktuell noch eher ein Schattendasein fristet, eine künftig hohe Bedeutung.
Trotz großer Anstrengungen haben jedoch viele Unternehmen bis dato nur eine begrenzte Kosteneffizienz erreicht. Bei der Ausrichtung auf Flexibilität und Nachhaltigkeit besteht ein noch größerer Handlungsbedarf: Eine gute Leistungsfähigkeit ihrer Supply Chain hinsichtlich Flexibilität konstatieren lediglich 43 Prozent der Befragten, bei der Nachhaltigkeit sind es gar nur 21 Prozent.
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Abb. 1: Zielbereiche im Supply Chain Management. Bedeutung und Erreichung der Zielbereiche im Supply Chain Management (Copyright: Horváth & Partners)
Erhebliche Optimierungspotenziale
Ein Großteil der Studienteilnehmer vermutet beträchtliche Verbesserungspotenziale in allen funktionalen Bereichen ihrer Supply Chain. Den größten Optimierungshebel sehen sie in der Beschaffung, die von 86 Prozent der Befragten genannt wird. Etwa drei Viertel der Befragten sehen solche Potenziale auch in den drei übrigen Bereichen Produktion, Distribution und Lagerhaltung. Hinsichtlich funktionsübergreifender Aufgaben erkennen drei Viertel der Teilnehmer hohe Optimierungspotenziale in den drei Bereichen Strategie, Organisation und Controlling; bei den Prozessen sind es gar 88 Prozent. Und bezüglich der übergreifenden Koordination ihrer Wertschöpfungskette werden die Potenziale vor allem in der besseren Vernetzung mit den Lieferanten (86 Prozent) sowie der verschiedenen Standorte und Werke untereinander (75 Prozent) gesehen.
Bei der Benennung der wichtigsten Optimierungspotenziale gibt es aber klare Branchenunterschiede: Teilnehmer aus der Automobilindustrie erkennen die größten Potenziale weiterhin in der Beschaffung. Im Chemie-, Öl- und Pharmasektor setzt man eher auf Verbesserungen in der Distribution. Und die Vertreter der Branchen Industrie- und Konsumgüter sehen Chancen vor allem in einer optimierten Produktion sowie einer besseren Koordination der verschiedenen Standorte eines Unternehmens.
Zielgerichtete Lösungen
Unternehmen, die ihre Strategie, ihre Prozesse und ihr Steuerungskonzept aufeinander abgestimmt haben, erzielen nachweislich - so die Studie - eine höhere Leistungsfähigkeit in ihrer Supply Chain. Doch in den meisten Unternehmen fehlt es schon an einer entsprechenden Supply-Chain-Strategie: Fast die Hälfte der Befragten gibt an, dass diese auf Unternehmensebene bestenfalls ansatzweise vorhanden ist; eine mit ihren Lieferanten und Kunden abgestimmte Supply-Chain-Strategie können sogar weniger als 40 Prozent der Teilnehmer vorweisen. “Gerade im Hinblick auf die Kosteneffizienz als aktuell oberstem strategischen Ziel, aber auch hinsichtlich der stark an Bedeutung gewinnenden Nachhaltigkeit können Unternehmen durch eine bessere Abstimmung der Prozesse auf die Strategie sehr positive Wirkungen erzielen”, so Studienleiter Ulrich Zinn von Horváth & Partners. “Dazu muss aber natürlich zunächst eine klare und praktikable Supply-Chain-Strategie auch erarbeitet werden.”
Mit Blick auf die eigene Organisation findet nur jeweils knapp die Hälfte der Befragten die Definition der Prozesse und Verantwortlichkeiten im eigenen Unternehmen zufriedenstellend. Dass diese in ihrem Unternehmen auch verstanden und gelebt werden, glauben nur 27 Prozent. “Dabei zeigen unsere Analysen im Rahmen der Studie sehr deutlich, dass eine geeignete Organisationsstruktur einen wesentlichen Erfolgsfaktor darstellt, um Zielstellungen im Hinblick auf die Flexibilität und Zuverlässigkeit der Wertschöpfungskette zu erreichen”, so Ulrich Zinn.
Auch für den Bereich Supply-Chain-Controlling lässt sich aus der Studie ein klarer Zusammenhang ableiten: Je besser geeignete Kennzahlen implementiert und gelebt werden, desto eher führen die anvisierten Optimierungsmaßnahmen auch zum Erfolg. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Maßnahmencontrolling zu - wie die Studie zeigt, besteht hier jedoch gleichzeitig der größte Nachholbedarf: Knapp drei Viertel der Teilnehmer werden zwar in ihrer Arbeit durch unternehmensinterne Kennzahlen unterstützt. Doch ein wirkungsvolles Maßnahmencontrolling existiert bei 53 Prozent der Teilnehmer gar nicht oder nur ansatzweise.
Christian Daxböck, Themenverantwortlicher SCM bei Horváth & Partners, zieht denn auch ein gemischtes Fazit: “Die Bedeutung eines durchgängigen Konzepts von der Strategiedefinition über die Umsetzung bis zum Maßnahmencontrolling ist zwar den Supply-Chain-Verantwortlichen in aller Regel bewusst, aber die einzelnen Aufgaben werden noch unzureichend umgesetzt. Hier liefert unsere Studie eine Reihe von Ansatzpunkten, wie die verschiedenen Ziele des Supply Chain Managements besser erreicht werden können.”
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Abb. 2: Supply Chain Management: Grundsteine erfolgreicher Steuerung (Copyright: Horváth & Partners)
Für die Studie wurden 161 Fach- und Führungskräfte aus Unternehmen unterschiedlichster Branchen und Umsatzgrößen in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt. Innerhalb des Teilnehmerkreises waren die Branchen Industriegüter, Konsumgüter, Automotive sowie Chemie/Öl/Pharmazie besonders stark vertreten.
Weitere Informationen zur Supply-Chain-Thematik und zur Studie im Videoformat:
In diesem Kurz-Interview spricht Ulrich Zinn aus dem Business Segment “Operations & Supply Chain Management, Purchasing” bei Horváth & Partners zu den Trends im Supply Chain Performance Management. Er geht dabei auf aktuelle Ergebnisse einer Studie ein, die u.a. zutage fördert, dass Zielbereiche wie Flexibilität und Nachhaltigkeit künftig erheblich an Bedeutung gewinnen werden. Darüber hinaus erläutert er, wie Unternehmen sich für die nun notwendigen Anpassungen in Strategie, Prozessen und Steuerungssystem rüsten können.
Christian Daxböck, Principal im Competence Center Process Management & Organization bei Horváth & Partners, spricht im Interview zu den aktuellen Herausforderungen im Supply Chain Management, beispielsweise zu den Aspekten Kostenflexibilität, Nachhaltigkeit, adäquates Risikomanagement und Qualitätsmanagement vor dem Hintergrund der anhaltenden Globalisierung. Er erläutert das Konzept des Supply Chain Performance Managements, das in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen hat, und berichtet über die wesentlichen Ergebnisse der aktuellen Studie zum Thema.
Die vollständigen Studienergebnisse sind erhältlich unter . .
Über Horváth & Partners
Horváth & Partners ist eine unabhängige, international tätige Management-Beratung. Das 1981 in Stuttgart gegründete Unternehmen beschäftigt mehr als 400 Mitarbeiter an zehn Standorten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Ungarn, Rumänien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Im Mittelpunkt der Beratung stehen die Leistungssteigerung und die nachhaltige Verbesserung der Leistungsfähigkeit von Unternehmen. Hierzu werden laufend Studien produziert. http://www.horvath-partners.at
(Quelle: PM Horváth & Partners)

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