Zwitschern Sie schon?
[28.02.2009]
Twitter wird immer beliebter - Tipps, wie Sie den beliebten, kostenlosen Mikro-Blogging-Dienst effektiv für sich nutzen können.
Twitter.com haben wir unseren Lesern bereits vor einem Jahr vorgestellt. Seitdem hat die Popularität des Mikro-Blogging-Dienstes und sozialen Netzwerks stetig zugenommen und es gibt eine schier unüberschaubare Vielzahl von Zusatzdiensten und -werkzeugen, um Twitter effektiver nutzen zu können.
Aber kann man einen Dienst, bei dem man nur Kurznachrichten von maximal 140 Zeichen veröffentlichen kann, überhaupt sinnvoll nutzen?
Basics
Die Grundlagen von Twitter.com erklärt am besten das nachstehend eingebundene Commoncraft-Video “Twitter in Plain English”:
Es geht also darum, Statusnachrichten von fast beliebigen Endgeräten veröffentlichen zu können und sich mit anderen Twitter-Nutzern über die “Follow”-Funktion zu vernetzen. Wer einem anderen Nutzer “folgt”, wird künftig über dessen neueste Updates (Tweets) auf dem Laufenden gehalten. Prinzipiell kann man die eigenen Tweets zudem für jedermann öffentlich machen, aber auch nur für ausgewählte Nutzer öffnet.
Zwitschern unter Freunden
Daraus ergeben sich bereits einige interessante Möglichkeiten: Sie könnten mit Kollegen ein geschlossenes Netzwerk innerhalb Twitter aufbauen und sich so beispielsweise über Projektfortschritte auf dem Laufenden halten. Und da Twitter sogar per E-Mail und SMS “gefüttert” und auch vom Smartphone genutzt und abgefragt werden kann, funktioniert das sogar auf Reisen. Dabei ist es auch möglich, Links auf interessante Webseiten in die eigenen Tweets zu integrieren - da aber die URLs die 140 Zeichen rasch aufzehren würden, bedient man sich Diensten wie tinyurl.com, um einen verkürzten Alias zum Ziel anzulegen.
Interessant ist zudem das Netzwerk, das sich durch das Following/Follower-Prinzip in Twitter aufbauen lässt. Dabei “abonniert” man die Tweets der Nutzer, denen man folgen möchte. Aktive Twitter-User haben nicht selten Tausende von Followern, mit denen sie vernetzt sind. Jeder Tweet erreicht nun fast in Echtzeit eine große Anzahl dieser “befreundeten” Nutzer (denen man zumeist nie persönlich begegnet ist) ... was ganz interessante Anwendungen ermöglicht:
Calling for help!
So beschloss im Januar 2009 ein Referent auf einer US-Konferenz, der über Twitter und die Möglichkeiten sprach, einfach live den Zuhörern zu zeigen, was Twitter leisten kann. Sein Tweet: “Ich brauche ein Mittel gegen Schluckauf - schnell!” Binnen Minuten erhielt er über 40 Antworten mit Tipps aus seinem Twitter-Netzwerk.
Dieses Beispiel zeigt, das Twitter geeignet ist, in Echtzeit Feedback und Hilfe von den eigenen Followern zu erhalten. Und diese können Ihnen direkte Antworten an Ihren Twitter-Account senden. Sie benötigen eine preisgünstige und zuverlässige Beschaffungsquelle für ein Non-Standard-Produkt? Ein Tweet reicht, um Ihre Follower um Tipps und Meinungen zu bitten. Das gilt natürlich für jede Frage, die sich in 140 Zeichen packen lässt.
Besser als Münzen werfen
Oder nutzen Sie Twitter als Umfrage-Tool: Unschlüssig, ob Sie Ihre Begleitung am Abend nach dem Theater lieber zum Asiaten oder zum Italiener einladen sollen? “UMFRAGE: Romantisches Nach-Theater-Dinner: Reply #Pasta or #Sushi” ... und zählen Sie anschließend, was die meisten Stimmen bekommen hat (das Zählen können Sie sogar Tools überlassen).
Verschlagwortung
Damit wären wir bei den Hash-Tags. Was ein wenig merkwürdig klingt, bedeutet schlicht und ergreifend, dass viele Nutzer ihre Tweets “verschlagworten”. Den (kurzen) Schlagworten (Tags) wird das Rautezeichen (#, englisch “hash”) vorangestellt. Und so findet man denn auch Tweets zu allem und jedem, z.B. über Hashtags wie #berlinale, #cebit oder #iphone.
Suchen und Finden
Genauer: Man würde sie finden, denn wie man in Twitter etwas findet, ist noch offen. Aber ein Besuch von search.twitter.com erlaubt, in den Tweets von Twitter-Nutzern aus aller Welt zu suchen - nach Begriffen, Phrasen und Hashtags, von oder an Personen und vieles mehr. Und genau dies macht Twitter zudem zu einer wertvollen Datenbank, denn Sie können quasi in Echtzeit nach Nachrichten und Informationen suchen.
Diese Echtzeit-Suche ist natürlich kein Ersatz für Google und Co., aber sie bietet viele Möglichkeiten. Möchten Sie wissen, ob es sich lohnt, in den neuen Kinofilm zu gehen? Die Twitter-Suche verrät Ihnen garantiert, was andere Kinobesucher zum Film getweetet haben. Sie möchten wissen, welche Themen gerade “in” sind? Twitters Trend-Analyse liefert Ihnen eine Übersicht über die am häufigsten diskutierten Themen.
Mehr kreative Ideen
Und noch etwas: Immer mehr Online-Magazine kündigen neue Artikel mittlerweile automatisch auch über Twitter an. Damit ersparen Sie sich, auf “gut Glück” auf den Webseiten vorbei zu schauen und müssen auch nicht mit einem umständlich zu handhabenden RSS-Reader hantieren.
Und schließlich können Sie dann in Twitter auch noch kreativ werden. So nutzte Dell in der Vorweihnachtszeit in den USA Twitter, um den Kunden spezielle, nur über Twitter angekündigte Rabattaktionen und Sonderangebote zu präsentieren - und machte so angeblich über 1 Mio. US-$ Umsatz. Andere Twitter-Nutzer verwenden das System, um engeren Kontakt mit Interessenten zu pflegen, mehr Einblick in ihre Arbeit zu geben oder auch ihre sonstigen Angebote und ihre Online-Präsenz bekannter zu machen. Andere Nutzer twittern Last-Minute-Einladungen zu Seminaren und Parties, nutzen Twitter, um neue Jobs zu finden, und vieles andere mehr.
Sie sehen: Twitter ist enorm vielfältig einsetzbar - auch wenn man es nicht als Instant-Messaging-System einsetzt (was natürlich auch möglich, aber zugleich ein enormer Zeitfresser ist). Wichtig ist es, eine individuelle, auf den eigenen Bedarf abgestimmte Twitter-Nutzung zu finden - und selbst nützliche Tweets zu veröffentlichen, denn auch bei Twitter gilt: Geben ist seliger denn Nehmen.
Twitter.com ist nach einer einfachen Gratis-Registrierung kostenlos nutzbar.

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