Vorträge professionell vorbereiten (2/2)
[04.07.2003]
In der letzten Ausgabe haben Sie einige Grundlagen professioneller Vortragsvorbereitung kennengelernt und erfahren, wie wichtig Ziel- und Zielgruppenanalyse, eine gute Gliederung und vor allem ausreichend Zeit für die Vorbereitung eines Vortrages sind. Diesmal geht es um die Ausarbeitung und das Einstudieren Ihres Vortrags.
Sind Ihre Vorarbeiten und Recherchen beendet, können Sie sich ans Ausformulieren Ihres Vortrages machen. Denken Sie dabei immer daran, dass geschriebene Sprache anders wirkt als gesprochener Text. Berücksichtigen Sie dies bereits beim Ausfertigen Ihres Vortragsmanuskripts:
- Verwenden Sie kurze, direkt Aussagen.
- Sprechen Sie Ihr Publikum direkt an.
- Vermeiden Sie verschachtelte Sätze.
- Untermalen Sie Ihren Vortrag mit Beispielen und Analogien.
- Lassen Sie unerhebliche Punkte, Nebensächlichkeiten weg.
- Gehen Sie besonders bei kurzen Vorträgen nicht zu sehr ins Detail.
- Passen Sie fachsprachliche Ausdrücke an den Kenntnisstand des Publikums an.
Bei der Ausfertigung Ihres Vortrags müssen Sie natürlich nicht jedes Wort ausschreiben; Begriffe und Namen, bei denen sich die Schreibweise von der Aussprache unterscheidet, können Sie in Lautschrift notieren - das hilft beim Einüben und dabei, peinliche Versprecher zu vermeiden.
Ob Sie den Vortrag linear aufschreiben oder ob Sie sich ein Mind Map anfertigen, nach dem Sie vorgehen, ist eine Frage der persönlichen Präferenzen und der übung - Anfängern empfehle ich, den Vortrag recht vollständig niederzuschreiben, damit sie ein Gefühl für das Verhältnis Text : Sprechzeit bekommen. Es ist aber auch eine Mischung möglich: Gliederung als Mind Map, ausformuliertes Manuskript als lineare Abhandlung.
Dieses Manuskript ist die Textvorlage Ihres Vortrages. Nun müssen Sie dieses Papier noch zu Vortragsnotizen verdichten - denn Sie sollen Ihren Stoff ja nicht vom Manuskript ablesen, sondern möglichst frei sprechen.
Als Gedächtnisstütze für den Vortrag selbst reduzieren Sie Ihr Manuskript nach überarbeitungen und der Festlegung von Redetempo und Pausen auf Gliederungspunkte, Stichworte und Schlüsselbegriffe, die Sie z. B. auf Karteikarten schreiben. Notieren Sie auf den Karten auch Redepausen und Hinweise wie “Langsam sprechen”, “Ins Publikum blicken”, “Laut sprechen”, falls Sie dazu neigen, auf solche Dinge zu vergessen.
Studieren Sie Ihren Vortrag ein und proben Sie ihn - möglichst vor Publikum, das Ihnen Feedback geben kann. Ein Training vor dem Spiegel liefert Ihnen Hinweise auf Ihre Körpersprache und diesbezügliche Optimierungsmöglichkeiten. Sie können sich auch auf Video oder Tonband aufnehmen und Ihre Wirkung auf diese Weise überprüfen.
Nehmen Sie sich ausreichend Zeit für diese Vorbereitung, denn je besser vorbereitet Sie vortragen, umso gelassener treten Sie vor Ihr Publikum. Und nichts überzeugt - und begeistert - dieses mehr, als ein spontan wirkender, professioneller Vortragender, der mit scheinbar größter Leichtigkeit seine Inhalte präsentiert.
Viel Erfolg!
Karina Matejcek, Redaktion Forum Einkauf - Online-Magazin

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