Viele Finanzabteilungen kennen die eigenen Kosten nicht genau

[30.01.2009]

AccentureKostensenkungspotenzial nicht transparent: Sechs von zehn Finanzverantwortlichen halten ihren Bereich für nicht effizient, so eine Untersuchung von Accenture.

Für viele Unternehmen ist das Motto der Stunde: Kosten senken. Helfen soll die Finanzabteilung. Doch in jeder zweiten Firma kann diese Abteilung nicht einmal die eigenen Kosten im Detail erfassen (55 Prozent). Das hat der Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister Accenture ermittelt.

Ein Alarmsignal nennt Christian Campagna, Geschäftsführer im Bereich Finance & Performance Management bei Accenture, diese Tatsache: “Der Finanzbereich muss die Optimierungsmöglichkeiten im Unternehmen beziffern können. Dabei ist er allerdings unglaubwürdig, wenn er dies nicht einmal im eigenen Bereich tun kann.”

An diesem Zustand stören sich auch die Finanzverantwortlichen selbst: Nur 58 Prozent der von Accenture Befragten sind zufrieden mit der Effizienz des Finanzbereiches.

Eine weitere Schwäche zeigt die Untersuchung: Nur jeder zweite Verantwortliche äußert sich zufrieden mit der Fähigkeit des Finanzbereichs, unternehmensweite Änderungen wie Kostensenkungsprogramme durchzuführen (55 Prozent).

“Der Finanzbereich ist der natürliche Kandidat für den Anstoß und die Steuerung solcher Programme”, sagt Christian Campagna. “Häufig konzentriert er sich jedoch darauf, administrative Aufgaben abzuarbeiten, und nicht auf die Steuerung des Unternehmens.” Die Untersuchung verweist auf vier wesentliche Gründe für die wenig effiziente Arbeitsweise vieler Finanzfunktionen:

  1. Komplexität der IT-Systeme - diese Einschätzung teilen 65 Prozent der Befragten
  2. Komplexität der Unternehmensorganisation (63 Prozent)
  3. hohe Anzahl manueller Tätigkeiten (56 Prozent) wie zum Beispiel Planung auf Basis von Excel und manuelle Buchungen
  4. Auswirkungen der Globalisierung, zum Beispiel höhere Komplexität durch globale Unternehmenspräsenz, höhere Volatilität des Geschäftes, größere Konkurrenz, gestiegene regulatorische Anforderungen

Damit bekommt der Finanzbereich immer mehr Aufgaben. Gleichzeitig steigt der Druck auf die Kosten. “Die erfolgreichsten Unternehmen, die wir High-Performance-Organisationen nennen, haben es geschafft, diesen Herausforderungen mit kontinuierlicher Weiterentwicklung zu begegnen”, so Christian Campagna. Die Standardisierung der Prozesse und Systeme sei ein entscheidender Schritt auf dem Weg, die steigende Komplexität und den Kostendruck zu bewältigen.

Christian Campagna: “Die Gefahr der aktuellen Situation besteht darin, Kostensenkungsmaßnahmen im administrativen Bereich durchzuführen, die auf lange Sicht zu wesentlich höheren Folgekosten führen. Häufig gehen diese Maßnahmen zu Lasten von Standardisierung.”

Brisantes Detail der Untersuchung: Bevor sich die Finanzkrise zugespitzt hatte, hatten nur acht Prozent der Befragten angegeben, unzufrieden mit dem Risk-Management der Finanzfunktionen zu sein.

Nach Einschätzung des Accenture-Experten wird die Bedeutung des Risikomanagements in den nächsten Jahren weiter steigen und auch tief in die Realwirtschaft hinein Einzug erhalten. Dort herrsche noch ein sehr hoher Nachholbedarf.

Über die Erhebung

Im Rahmen der Erhebung “High Performance Finance Study 2008” hat Accenture weltweit 350 Top-Führungskräfte in Finanzorganisationen von Großunternehmen mit einem Jahresumsatz von mindestens einer Milliarde US-Dollar befragt, 92 davon aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Dabei berücksichtigt wurden 20 Industrien.

Über Accenture

Accenture ist ein weltweit agierender Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister. Das Unternehmen bringt umfassende Projekterfahrung, fundierte Fähigkeiten über alle Branchen und Unternehmensbereiche hinweg und Wissen aus qualifizierten Analysen der weltweit erfolgreichsten Unternehmen in eine partnerschaftliche Zusammenarbeit ein. Accenture beschäftigt rund 186.000 Mitarbeiter in 49 Ländern.

(Quelle: PM/news aktuell)




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