Stellen Sie die richtigen Fragen!
[06.01.2009]
Ist Ihnen bewusst, wie wichtig es im Berufsleben ist, die richtigen Fragen zu stellen? Resultate, Motivation, Teamgeist ... alles hängt davon ab, was man fragt. Aber auch davon, wie man fragt. Stellen Sie gute Fragen?
Gute, motivierende und voranbringende Fragen zu stellen ist nicht selbstverständlich. Vielfach gehen wir Herausforderungen nicht offen an, sind nicht auf neue Antworten und Lösungen gespannt, sondern nutzen Fragen viel mehr zur Selbstbestätigung oder als Schutzschild.
Sie kennen das: Gerade als Vorgesetzter stellt man lieber Fragen, auf die man die Antwort bereits weiß - sonst gibt man sich eventuell ja eine Blöße. Oder man traut sich nicht, bestimmte Fragen überhaupt zu stellen, weil es die eigene Stellung unterminieren könnte. Stattdessen wird mit Suggestivfragen gearbeitet (“Herr Meier, meinen Sie nicht auch ...”), kreative Fragen von Teammitgliedern, die die Grundfesten ins Wanken bringen könnten, werden vom Tisch gefegt oder die Fragestellung erfolgt in einer Art, in der eine offene Lösungssuche von vornherein eingeschränkt wird.
Doch um erfolgreich neue Aufgabenstellungen zu meistern - gerade im Team - ist diese Herangehensweise kontraproduktiv. Sie trägt nicht dazu bei, neue Ideen zu generieren, sondern den bestehenden Status quo zu zementieren. Mitarbeiter werden durch die Art der Fragen und der Dialogkultur dann oft demotiviert. Und die so erzielbaren Ergebnisse bleiben oft weit hinter den Möglichkeiten zurück.
Stellen Sie daher gute Fragen! Das ist nicht leicht und will gelernt sein, aber nur so erzielen Sie optimale Resultate.
Hinterfragen Sie immer,
- ob Sie mit einer Fragestellung bereits die Lösungsrichtung einschränken,
- ob Sie eine bestimmte Antwort implizieren,
- ob Sie wirklich offen für kreative Antworten sind,
- wie Sie durch die Fragestellung Mitarbeiter stärker motivieren können,
- ob Sie bereit sind, neue Antworten vorurteilsfrei anzunehmen
- und ob die Ausgangsfrage überhaupt verständlich und zielführend ist.
Gerade der letzte Punkt wird häufig übersehen: In vielen Fällen stimmt nämlich die Ausgangsfragestellung gar nicht! Entweder bleibt die Frage zu schwammig und eine konkrete, optimal auf die Situation abgestimmte Lösung wird so unwahrscheinlich - die Mitarbeiter sind überfordert, die Aufgabenstellung optimal zu interpretieren und zu verstehen. Oder die Ausgangsfrage ist zu speziell und einschränkend, um eine optimale Lösung zu finden: Gerne werden dabei Nebenschauplätze aufgemacht (bewusst oder unbewusst), da der Fragesteller Angst hat, sich eine Blöße zu geben und die eigene Unkenntnis eingestehen zu müssen. Dann werden Thema adressiert, die am eigentlichen Kern haarscharf vorbeizielen.
Stellen Sie daher künftig bewusst gute Fragen - dann klappt’s auch mit den Antworten!

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