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Sparpotenzial bei Einkauf von Nichthandelsware

[25.03.2009]

Inverto AGEine Studie der Unternehmensberatung Inverto AG zeigt, dass Handelsmanger und Filialhändler durchschnittlich 12 Prozent im so genannten indirekten Einkauf sparen können, und identifiziert bestehende Hindernisse für einen professionellen Einkauf von Nichthandelsware.

Bei der Suche nach Mitteln gegen die Rezession drehen Unternehmen oft zunächst an der Kostenschraube, um rasch ihr Ergebnis zu verbessern. Personalabbau oder Sortimentsanpassung zählen dabei zu den Standardrezepten mit häufig negativen Begleiterscheinungen in Handelsunternehmen. Entscheider im Handel haben jedoch einen Bereich kaum im Blick, der gerade in ihrer Branche ein großer Kostenblock ist: Der indirekte Einkauf umfasst im Durchschnitt rund ein Sechstel des Umsatzes im filialisierten Handel; bei Discountern liegt der Anteil niedriger.

Häufig handelt es sich um komplexe und somit auch teure Waren und Dienstleistungen, deren Einkaufsvolumen durch die Menge von Filialen nochmals wächst. Dazu gehören zum Beispiel Ladenbau, IT, Marketing oder Facility Management, aber auch Logistikleistungen und Energie. Indirekter Einkauf – auch bekannt als Nichthandelsware oder technischer Einkauf - bietet durchschnittlich etwa 12 Prozent Einsparmöglichkeiten. Dies ermittelten die Branchenexperten der Einkaufsberatung Inverto in einer aktuellen Querschnittstudie bei 16 führenden filialisierten Handelsunternehmen, die durch Expertengespräche und Benchmark-Daten ergänzt wurde. „Ihre Handelsware würden die Unternehmen so nie einkaufen“, berichtet Kiran Mazumdar, Partner der Einkaufsberatung Inverto.

Die Manager im Handel verschenken Geld. Die alte Kaufmannsweisheit, dass im Einkauf der Segen liege, scheint für die indirekte Beschaffung nicht zu gelten. „Drei Viertel der befragten Manager schätzten ihren indirekten Einkauf um 50 Prozent zu niedrig ein“, berichtet Mazumdar.

Wo keine Transparenz über Umfang und Zusammensetzung des gesamten indirekten Einkaufsvolumens besteht, werden systematische Einsparungen schwierig. Ob Ladenbau, Filialdrucker, Sicherheitsdienste oder Marketing – die Beschaffung dieser Waren und Dienstleistungen wird nach Einschätzung der Einkaufsberater stiefmütterlich behandelt. Der größte Teil des gesamten Volumens im indirekten Einkaufs in den untersuchten Unternehmen lässt sich in sechs Blöcke gliedern:

  1. Logistik (23 Prozent)
  2. Marketing (22 Prozent)
  3. Energie (15 Prozent)
  4. Bau sowie Technik und Einrichtung (14 Prozent zusammen mit Facility Management)
  5. Facility Management
  6. IT und Telekommunikation (8 Prozent)

Die größten Sparpotenziale liegen im Einkauf von Bau, Technik, Einrichtung (bis zu 18 Prozent), IT und Telekommunikation (bis zu 18 Prozent), Facility Management (bis zu 16 Prozent) sowie Marketingleistungen (bis 15 Prozent).

Spar-Hürden für den indirekten Einkauf

Zwar verfügen etwa zwei Drittel der untersuchten Unternehmen über einen Einkaufsbereich für Nichthandelsware, allerdings gibt es zahlreiche Hürden, um die möglichen Spareffekte zu erzielen:

  1. Fehlende Ressourcen, weil fast alle Einkäufer (90 Prozent) mit operativer Tagesarbeit überlastet sind und keine Zeit etwa auf Marktbeobachtung oder Lieferantenrecherche verwenden.
  2. Die Organisationsstruktur, denn bei 81 Prozent der Befragten sind operativer und strategischer Einkauf nicht getrennt und nur operative Bereiche zentralisiert.
  3. Fehlende Fachkompetenz gerade im indirekten Einkauf, der als Unternehmensbereich häufig historisch gewachsen ist und Einkaufsprozessen eines modernen Händlers nicht entspricht. Wenn Fachbereiche selbst einkaufen, werden kaufmännische Aspekte zu wenig berücksichtigt.
  4. Übermächtige Fachbereiche, die den Einkauf in einkäuferischen Belangen einschränken. Bei rund vier Fünfteln der untersuchten Unternehmen wird ein erheblicher Teil des indirekten Beschaffungsvolumens am Einkauf vorbei gekauft.

Bei der Professionalität des Einkaufs für Nichthandelsware große Unterschiede zwischen den Unternehmen

Die Unterschiede im Entwicklungsstand der Einkaufsorganisation im Handel sind enorm: Während einzelne Unternehmen ihren Nichthandelswareneinkauf genauso professionell organisiert haben wie die Beschaffung von Handelsware, ist das Thema bei der Mehrheit der Handelsunternehmen kaum auf der Agenda.

Dabei dürfte dies Entscheider eigentlich nicht kalt lassen. Schließlich schlummert hier ein Sparpotenzial, das einer Margenverbesserung von bis zu zwei Prozent entspricht, so Frank Wierlemann, Inverto-Vorstand.

Über die Inverto AG

Die Inverto AG ist eine international tätige Unternehmensberatung, die ihre Kunden in allen Fragen des strategischen Einkaufs und des Supply Managements unterstützt. Mit rund 100 Mitarbeitern, Büros in Asien, Osteuropa, Großbritannien und den Niederlanden sowie eigener e-Sourcing Technologie gehört Inverto zu den führenden auf Einkauf spezialisierten Unternehmensberatungen aus Deutschland.

(Quelle: PM, Inverto AG)




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