Quantified Self

[03.01.2012]

RunningBei der Quantified-Self-Bewegung geht es darum, sich und den eigenen Körper besser zu verstehen, indem Körperfunktionen regelmäßig gemessen und ausgewertet werden. Ziel ist es, Wohlbefinden und Lebensqualität zu steigern.

Ein neuer Gesundheitstrend, der ausgehend aus den USA zunehmend auch nach Europa schwappt: Waren es früher nur “ernsthafte” Läufer, die mit Pulsmessern und Schrittzählern ihre sportliche Fitness auswerteten und ggf. Feedback-Systeme nutzten, um Ausdauer, Leistungsfähigkeit und Fitness steigern, so nutzen in der Quantified-Self-Bewegung vor allem Computerbegeisterte elektronische Hilfsmittel, um zahlreiche Körperfunktionen möglichst lückenlos zu erfassen und aus den Aufzeichnungen Schlüsse zu ziehen, welche Auswirkungen bestimmte Aktivitäten und Ereignisse auf ihren Körper haben.

Dazu stehen ihnen immer mehr Sensoren und Auswertungsprogramme zur Verfügung, die alles von der körperlichen Betätigung über die Körpertemperatur, Blutdruck, Puls usw. erfassen. Hersteller entwickeln dazu unauffällige und zum Teil wenig störende Gadgets, die als Armreifen oder Anhänger getragen werden können und verschiedene Daten aufzeichnen. Über eingebaute Schnittstellen wie USB oder auch Funk können die Daten an PCs oder mobile Geräte übertragen werden.

Zusammen mit persönlichen Beobachtungen zum Tagesablauf und zum körperlichen Wohlbefinden versuchen die Befürworter, einen für sie optimalen Lebensstil zu finden. So können die Quantified-Self-Daten dazu genutzt werden zu hinterfragen, ob man besser schläft, wenn man zuvor noch entspannende Musik zum Einschlafen hört oder gar durch eine rosarote Brille schaut. Die Reaktionen auf bestimmte Nahrungsmittel, auf körperliche Anstrengungen oder auch Stresssituationen im Büro können ausgewertet werden. Viele Anhänger der Quantified-Self-Bewegung sehen in den Daten nicht nur eine neue Möglichkeit, mehr über sich selbst zu lernen, sondern halten das Selbst-Monitoring für wesentlich effektiver als punktuelle medizinische Untersuchungen.

Kritiker der Quantified-Self-Bewegung führen hingegen an, dass die Messergebnisse häufig ungenau sind und die Interpretation von Daten durch das Untersuchungsobjekt selbst niemals objektive Erkenntnisse bringen kann: Man sucht einfach so lange in den Daten, bis man einen vermuteten Zusammenhang bestätigt sieht, ohne zu berücksichtigen, dass die vorliegenden Sensordaten möglicherweise gar keine Rückschlüsse erlauben.

Nichtsdestotrotz wird “Quantified Self” als ein kommender Megatrend betrachtet.




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