Microsoft Windows Se7en

[31.08.2009]

Microsoft Windows 7Im Oktober 2009 ist es soweit: Microsoft veröffentlicht den Nachfolger von Windows Vista. Zeit für Unternehmen, auf das neue Betriebssystem umzusteigen?

Der Start des neuen Betriebssystems hat in Europa schon für manche Irritation gesorgt. So sollte Microsoft Windows 7 aufgrund von Auflagen der EU-Behörden ohne den integrierten Webbrowser von Microsoft, den Internet Explorer, als „E“-Version erscheinen. Mittlerweile ist die Idee wieder vom Tisch - stattdessen soll der Anwender die Wahl bekommen, alternativ andere Webbrowser zu installieren. Und auch eine Sonderaktion, bei der einige Händler vorab ein limitiertes Kontingent der Version „Home Premium“ zum Sonderpreis anbieten durften, wurde zum Fiasko: Server brachen unter dem Ansturm zusammen und die wenigen verfügbaren Exemplare waren binnen weniger Minuten ausverkauft.

Der Hype um die Veröffentlichung von Windows 7 ist also groß, zumal viele darin den eigentlichen Nachfolger von Windows XP sehen und Vista eher als Rohrkrepierer gilt. Die für Unternehmen relevanten Versionen von Windows 7 werden eine virtualisierte XP-Maschine umfassen, die es erlaubt, alte, nicht mit Windows 7 kompatible Software in Windows 7 auszuführen.

Doch lohnt sich der Umstieg? Die Erfahrungen mit der frei zugänglichen RC-Version (Release Candidate) zeigen, dass Windows 7 performant arbeitet und nicht ganz so ressourcenhungrig ist wie Windows Vista. Hard- und Software, die unter Vista funktionierte, arbeitet auch unter Windows 7. Es gibt einige Neuerungen, die Taskleiste hat nützliche Zusatzfunktionen erhalten, es macht tatsächlich mehr Spaß, mit Windows 7 zu arbeiten als mit Vista oder gar Windows XP.

Für Unternehmen stellt sich allerdings die Frage, ob das ausreicht, um den Wechsel auf das neue Betriebssystem zu rechtfertigen. Gerade im Zeichen der Finanz- und Wirtschaftskrise ist der Spielraum für IT-Investitionen begrenzt. Und wo PCs mit Windows XP als einfache Bürorechner im Einsatz sind, die vier und mehr Jahre alt sind, stellt sich gleich die Frage, die gesamte Hardware irgendwann zu ersetzen. Auch wird der mögliche Produktivitätsgewinn zunächst dadurch erkauft, dass die Umstellung auf ein neues Betriebssystem aufwändig ist und sich die Nutzer dann zunächst umgewöhnen müssen. Ein Horrorszenario für viele IT-Abteilungen, die daher versuchen, den Umstellungszeitpunkt hinauszuzögern.

Hinzu kommt, dass die meisten PC-Arbeitsplätze heute genügend Performance bieten, der Umstieg von XP oder gar Vista auf Windows 7 daher nicht wirklich notwendig erscheint. Erst wenn der Support für Unternehmen für die älteren Versionen komplett eingestellt wird, ist ein Umstieg kaum zu vermeiden.

Zweifellos wird Windows 7 im Consumer-Bereich rasch Marktanteile gewinnen. Schon jetzt werden Vista-PCs mit kostenlosen Upgrades auf Windows 7 verkauft. Und genügend Interessenten stehen schon virtuell Schlange, den Händler jedes Windows 7-Sonderangebot aus den Händen zu reißen. Angekündigt ist ein „Family-Pack“ für 150 Euro, das 3 Lizenzen von Windows 7 Home Premium enthalten soll. Natürlich ebenfalls limitier: Serverabstürze und lange Gesichter nicht ausgeschlossen.

In Unternehmen aber wird sich Windows 7 voraussichtlich eher gemächlich etablieren, zumal auch die IT-Abteilungen erst einmal genügend Erfahrungen mit der neuen Version sammeln müssen.




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