Kreativität und Mindmapping

[05.02.2006]

Wünschen Sie sich das nicht auch manchmal? Einmal richtig kreativ sein - den entscheidenden Einfall ... und dann ausgesorgt haben! Wer hätte nicht gerne Harry Potter erfunden oder wäre nicht gerne Bill Gates?

Originelle Einfälle haben, Probleme lösen, an denen sich andere bisher vergeblich versucht haben, ganz neue Lösungen entwickeln: Gibt es einen Motor für Innovationen, Kreativität und Ideenreichtum?

Wir wissen alle: So einfach ist das mit der Kreativität nicht. Erzwingen lässt sie sich nicht, ebenso wenig kaufen. Und zumeist lässt sie sich nicht in geregelte Bahnen lenken. J. K. Rowling lässt sich für die neuen Harry-Potter-Romane mittlerweile schon so viel Zeit, dass die Verlage sich wohl gewünscht hätten, ein Team von Ghostwritern zu engagieren. So einfach ist das eben alles nicht.

Kreativität kommt von innen. Sie stellt sich ein, wenn wir uns konzentrieren ... weil wir dies möchten. Und nicht, weil wir dazu gedrängt werden. Und diese Zeiten positiver Konzentration sind im Geschäftsalltag selten geworden. Zumeist herrscht Hektik und Stress vor. Trotzdem - oder gerade deswegen - bietet es sich an, im Kleinen Hilfsmittel einzusetzen, die genau diese Konzentration auf das Wesentliche fördern.

Manche Unternehmen setzen auf Ruheräume für ihre Mitarbeiter, veranstalten Kreativseminare oder schicken ihre Topmanager im wahrsten Sinne des Wortes in die Wüste oder ins Kloster. Aber im Alltag sind diese Methoden wenig zielführend. Man braucht einfache Instrumente, die bei der täglichen Arbeit greifen und die Konzentration auf das Wesentliche fördern. Ein Hilfsmittel hierbei: Mindmapping.

Mindmapping können Sie prinzipiell jederzeit und nur mit einem Blatt Papier und einem Stift bewaffnet beginnen. Es ist quasi ein Brainstorming mit sich selbst, zugleich aber auch eine leistungsfähige und zeitsparende Visualisierungsmethode.

Mit Hilfe von Mindmaps lassen sich Ideen und Informationen effizient strukturieren und vermitteln. Themen und Zusammenhänge werden grafisch veranschaulicht; zur Darstellung auch komplexer Zusammenhänge reicht eine Mindmap, wo sonst mehrere Seiten Text notwendig wären.

“Erfunden” wurde das Mindmapping von Tony Buzan und Peter Russell. Sie gingen davon aus, dass der menschliche Denkprozess recht chaotisch abläuft. Ideen entstehen aus einer Kombination von Chaos und Wissen - und zwar nicht einfach linear, wie dieser Text, den Sie von oben nach unten lesen, sondern vernetzt. Deswegen lassen sich viele Ihrer Gedanken auch nicht in eine lineare bzw. hierarchische Struktur pressen. Und genau da setzt das Mindmapping an.

Und so geht’s:

  1. Nehmen Sie ein leeres DIN A4 Blatt quer.
  2. Wählen Sie Ihr Thema, schreiben Sie es in die Mitte des Blattes und kreisen Sie es ein.
  3. Nun gilt es, Hauptäste mit Hauptgedanken, Schlüsselwörtern und zentralen Aspekten Ihres Themas ausgehend vom Zentrum zu zeichnen.
  4. Detaillieren Sie Ihre Mindmap weiter. Hängen Sie Nebenäste mit Unterthemen und Unterbegriffen an die Hauptäste. Verzweigungen und Verästelungen können Sie zudem mit Farben und Symbolen einprägsamer gestalten.
  5. Sie können jederzeit weitere Verzweigungen oder Hauptäste einfügen.

Sie erhalten so eine aussagefähige, überschaubare Visualisierung Ihrer Gedanken. Vielleicht geht Ihnen am Anfang noch der Platz aus, aber mit der Zeit werden Sie die Methode für sich immer weiter verfeinern. Ein großer Vorteil des Mindmappings liegt auch darin, die Mindmap jederzeit wieder hervorholen und ergänzen zu können.

Sehr nützlich sind aber auch Computerprogramme wie Mindmanager von Mindjet. Der große Vorteil: Die einzelnen Themen werden automatisch angeordnet und Sie können jederzeit Änderungen, Ergänzungen und Restrukturierungen vornehmen. Sie haben ein Thema an der falschen Stelle angeordnet? Kein Problem: Mindmanager erlaubt Ihnen jederzeit, den Ast an eine andere Stelle zu verschieben. Und auch die Exportmöglichkeiten sind enorm: Verwandeln Sie Ihre Mindmaps automatisch in PowerPoint-Folien und HTML-Seiten - so eignet sich die Methode auch hervorragend zur Kommunikation komplexer Sachverhalte und zum Projektmanagement und Controlling.

Literaturtipps:
Tony Buzan: Das kleine Mind-Map-Buch. Die Denkhilfe, die Ihr Leben verändert.
Gudrun Rehn-Göstenmeier, Gudrun Rehn- Göstenmeier: Business-Maps mit MindManager / Mindmapping




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