Konfliktmoderation
[04.12.2006]
Die Regelung von größeren und kleineren Konflikten gehört zu den als sehr herausfordernd erlebten Führungsaufgaben. Je nachdem, wie “heiß” bzw. eskaliert der Konflikt ist, bieten sich unterschiedliche Methoden der Konfliktbearbeitung an.
Immer wieder treten abteilungsinterne Konflikte auf, deren Regelung auch ohne externe Begleitung gut möglich ist. Wird dem Konflikt allerdings nicht die gebührende Aufmerksamkeit gewidmet, so droht eine Eskalation, die sich langfristig auf die Beteiligten und das Betriebsklima auswirkt. Hier einige Tipps, wie Sie bei auftretenden Konflikten moderierend eingreifen können.
Zuständigkeiten klären
Klären Sie im Vorfeld, ob Sie einen Auftrag haben, diesen Konflikt zu regeln. Wenn Sie einen möglichen Konflikt aus eigener Initiative ansprechen, ist Transparenz hilfreich. Zeigen Sie, was Sie veranlasst, das Thema anzusprechen: “Ich habe bemerkt, dass Sie an der letzten Teambesprechung nicht aktiv teilgenommen haben. Kann das damit zusammenhängen, dass ...?”
Ursachenforschung
Widmen Sie der Identifikation des Konflikts möglichst viel Aufmerksamkeit. Prüfen Sie, ob Ihre Wahrnehmung mit jener der Beteiligten übereinstimmt. Ursachenforschung und Analyse, Rückfragen und Vorgespräche können Klarheit bringen. Möglicherweise sind die Regeln für die Nutzung von Firmenautos der Anlass für Differenzen. Wenn Sie zu diesem Schluss kommen, ist der Konflikt ein nützlicher Anstoß zur Reorganisation. Möglicherweise sind es problematische Strukturen innerhalb des Teams, persönliche Animositäten oder ein Machtkampf, welche die beiden Konfliktpartner zu keiner Einigung kommen lassen.
Aktives Zuhören
Durch aktives Zuhören und Nachfragen gewinnen Sie eine gute Basis für ein Gespräch mit den Beteiligten. Vereinbaren Sie einen Termin für eine Zusammenkunft und sorgen Sie dafür, dass Sie sich ungestört mit der Lösung des Konflikts auseinandersetzen können. Wenn Sie das Gespräch selbst moderieren, ist ein Leitfaden für die Vorbereitung und für die Durchführung ratsam:
- Thema darstellen
- Ziel für das Gespräch klären
- Sammeln und Klären der Sichtweisen
- Positionen darstellen
- Lösungsmöglichkeiten sammeln
- gemeinsame Interessen finden
- Position beziehen und entscheiden
- Vereinbarungen treffen
Diese Vorgehensweise ermöglicht die Strukturierung der Konfliktbearbeitung und macht Auseinandersetzungen verständlich und durchschaubar. Sie ermöglicht eine faire und konstruktive Konfliktbearbeitung und trägt zu sach- und aufgabenbezogenen Lösungen bei.
Gefahren erkennen
Achten Sie allerdings immer darauf, nicht selbst zwischen die Fronten zu geraten. Moderation bedeutet auch, die eigene Person und Position zurückzunehmen. Sollte sich abzeichnen, dass der Konflikt nicht ohne weiteres gelöst werden kann, so ist es oft hilfreich, professionelle, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen.

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