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International Sourcing – Benchmarking-Studie
[02.02.2008]
Im Zeitraum Juli 2006 bis Juni 2007 wurden unter Leitung von Prof. Dr. Ronald Bogaschewsky durch den Lehrstuhl für Industriebetriebslehre der Universität Würzburg und das CfSM – Centrum für Supply Management, Würzburg, weltweit an die 400 führenden Unternehmen der wichtigsten Industriestaaten zum Stand und zur Weiterentwicklung im Bereich der internationalen Beschaffung befragt.
In einer Vorabzusammenfassung wurden von den Studienautoren einige ausgewählte Aussagen zur geografischen Verteilung der Beschaffungsaktivitäten, zur Organisation des internationalen Sourcing und zu den erhofften Potenzialen veröffentlicht. Dabei wurden die vergleichenden Aussagen auf westeuropäische und nordamerikanische Firmen bzw. Produktionsstandorte und die Beschaffungsregionen China, Indien sowie Mittel- und Osteuropa – neben Westeuropa und Nordamerika – begrenzt.
Wo wird beschafft?
Die Studie bestätigt klar, der Hauptteil des Beschaffungsvolumens für westeuropäische (ca. 63%) und nordamerikanische Standorte (ca. 44%) wird in der entsprechenden Region bezogen. Zweitwichtigste Region für Westeuropa ist mit ca. 8% Mittel- und Osteuropa, während für Nordamerika ca. 21% aus Westeuropa bezogen werden. Sowohl für Westeuropa als auch für Nordamerika werden aktuell nur ca. 3% aus China und unter 1% aus Indien bezogen. Mittel- und Osteuropa liegt für den Bezug nach Nordamerika ebenfalls unter 1%.
Für die weitere Entwicklung wird davon ausgegangen, dass das Beschaffungsvolumen aus der eigenen Region zurückgeht, während jeweils Nordamerika bzw. Westeuropa konstant bleiben. China und Indien steigen beide gleich stark an, aus Sicht Westeuropas aber in etwa vergleichbar mit der Entwicklung des Beschaffungsvolumens aus Mittel- und Osteuropa, das für Nordamerika dagegen nur moderat wächst.
Welches Beschaffungsvolumen?
Unternehmen, deren Hauptsitz in Westeuropa liegt, geben heute im Durchschnitt ca. 18% ihres Beschaffungsvolumens für Lieferungen aus Mittel- und Osteuropa aus, ca. 9% in China, ca. 8% in Nordamerika und ca. 3% in Indien.
Unternehmen mit Hauptsitz in Nordamerika geben im Durchschnitt ca. 26% des Beschaffungsvolumens für Lieferungen aus Westeuropa, ca. 19% in China und nur ca. 1% in Indien aus – Mittel- und Osteuropa liegt sogar unter 1%.

In den nächsten fünf Jahren erwarten beide Unternehmensgruppen einen deutlichen Anstieg des Einkaufsvolumens aus China, ebenso – wenn auch nicht ganz so stark – aus Mittel- und Osteuropa sowie Indien. Aus der Sicht westeuropäischer Unternehmen bleiben Nordamerika und Westeuropa als Lieferregionen in etwa konstant, nordamerikanische Unternehmen erwarten in beiden Regionen ein moderates Wachstum.
Wie ist die Beschaffung organisiert?
Westeuropäische Firmen besitzen zu 23% Einkaufsorganisationen in Mittel- und Osteuropa, zu 16% in China, zu 11% in Nordamerika und zu 6% in Indien; nordamerikanische Firmen zu 28% in Westeuropa, zu 18% in China, zu 12% in Mittel- und Osteuropa sowie zu 8% in Indien. Hinsichtlich der Aufbauorganisation der Beschaffungsfunktion lassen sich zwischen westeuropäischen und nordamerikanischen Firmen keine signifikanten Unterschiede feststellen.
Die meisten Unternehmen starteten ihre systematischen internationalen Beschaffungsaktivitäten in den letzten fünf Jahren. In Westeuropa betraf dies ca. 60%, in Nordamerika ca. 47%.
Welche Einsparpotenziale gibt es?
Westeuropäische Unternehmen bewerten die Kosteneinsparpotenziale 2006 und in den nächsten fünf Jahren bei China und Indien am höchsten. Danach folgen Mittel- und Osteuropa sowie mit deutlichem Abstand Westeuropa und Nordamerika. Nordamerikanische Firmen schätzen China und Indien ähnlich ein, bewerten aber
das Potenzial zur Kosteneinsparung in der eigenen Region deutlich höher als die westeuropäischen Firmen, wobei der Abstand zu Westeuropa aber gering ist.

Wie steht es um die Qualität?
Aus Qualitätssicht bewerten westeuropäische Firmen die eigene Region mit Abstand am höchsten. Nordamerika, Mittel- und Osteuropa, China und Indien werden aktuell noch unterschiedlich, aber mittelfristig in etwa gleich im „neutralen“ Bereich gesehen. Aus Sicht der nordamerikanischen Firmen stehen mittelfristig Westeuropa, Nordamerika und Mittel- und Osteuropa auf einer Stufe, während Indien und insbesondere China etwas abfallen.
Wie wird die Innovationskraft bewertet?
Bei Innovationen ergibt sich aus Sicht westeuropäischer Firmen ein ähnliches Bild wie bei der Qualität: Westeuropa liegt deutlich vor Nordamerika, das sich wiederum ein wenig von Mittel- und Osteuropa, Indien und China absetzen kann. Den „Emerging Markets“ wird ein Sprung in den „neutralen“ Bereich zugetraut. Aus nordamerikanischer Sicht liegt die eigene Region knapp vor Westeuropa. Danach folgen Mittel- und
Osteuropa sowie China, leicht dahinter Indien.
(Quelle: supply-markets.com/www.cfsm.de)
Die Studie
Die Global-Sourcing-Studie der Universität Würzburg ist die erste global angelegte Studie ihrer Art. Aufgrund der globalen Reichweite dieser Studie wird es zum ersten Mal möglich sein, internationale Beschaffungsaktivitäten von Unternehmen verschiedener Länder und Weltregionen miteinander zu vergleichen. Nicht nur die Branchen- und Standortabhängkeit der Global-Sourcing-Aktivitäten stehen dabei im Fokus. Wichtige Teilbereiche der Studie werden auch die Untersuchung der internen Strukturen der Einkaufsorganisation und der damit erlangte Zielerreichungsgrad sein. Zusätzliche Fragenkomplexe setzen sich damit auseinander, wie sich die Strategieausrichtung in der Zukunft entwickelt.
Informationen zur Studie
Prof. Dr. Ronald Bogaschewsky (Leiter der Studie)
Lehrstuhl für BWL und Industriebetriebslehre
Universität Würzburg
http://ibl.wifak.uni-wuerzburg.de
Kontakt:
Dr. Holger Müller
Centrum für Supply Management, Würzburg
Mail: .

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