»Ich will sofort Ihren Häuptling sprechen!«*
[09.07.2008]
Sommerzeit, Reisezeit - ist zwar vorbei, aber es ist nie zu spät, die eigenen Sprachkenntnisse aufzufrischen, damit man mit seinem Englisch nicht von einem Fettnäpfchen ins nächste hüpft!
Business English gehört zu jenen vielfach unterentwickelten “Skills”, die im Geschäftsalltag immer wichtiger werden. Aber wie sieht es mit Ihren Sprachkenntnissen aus? Das ÖPWZ-Intensivseminar “Business English for International Purchasing Management” haben Sie zwar gerade verpasst, aber der nächste Termin kommt bestimmt. Testen Sie doch einfach mal, wie sprachsicher Sie sind. Hier ein paar Online-Tests zur Auswahl:
- Der Online-Test von FOCUS Online in Zusammenarbeit mit inlingua ist noch recht harmlos.
- Auf sueddeutsche.de findet man gleich eine Vielzahl an Tests, die es zum Teil in sich haben. Darunter einer, der Ihren englischen Wortschatz, Ihre Grammatik-Kenntnisse und Ihre interkulturelle Kompetenz checkt.
- Eine Vielzahl weiterer Online-Tests können Sie über eine einfache Google-Suche selbst finden.
Doch was tun, wenn die Tests zeigen, dass Ihre Sprachkenntnisse eine Auffrischung gebrauchen könnten? Natürlich sind spezielle Sprachkurse die beste Möglichkeit, das eigene Wissen zielgerichtet aufzufrischen. Doch vielfach scheuen Interessenten vor solchen Kursangeboten zurück - mal fürchten sie, der eigene Kenntnisstand könne für die Teilnahme nicht ausreichend sein, mal fehlt die Zeit für einen regelmäßigen Kurs, mal ist es die Vorstellung, wieder “zur Schule zu gehen”, die Unbehagen verursacht.
Es gibt allerdings auch zahlreiche weitere Möglichkeiten, die eigenen Sprachkenntnisse peu a peu aufzufrischen und so zunächst Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufzubauen. Im Web finden Sie neben Online-Sprachtests auch zahlreiche Angebote, die Sie beispielsweise regelmäßig per E-Mail mit neuen Vokabeln versorgen. Und zwei Mal pro Woche bietet die FTD englische Podcasts an. Zur Mittagszeit können dienstags und donnerstags Hintergrundberichte und Analysen der Financial Times im Original gehört werden. Ein native speaker erläutert außerdem Vokabeln und Redewendungen und trägt so zum besseren Verstehen der Texte bei.
Überhaupt bietet das Internet eine gigantische Menge englischsprachiger Quellen - und mit Tools wie der Übersetzungsfunktion der Google Toolbar oder auch Online-Wörterbüchern wie Leo Dict ist das Nachschlagen unbekannter Begriffe ein Kinderspiel. Wussten Sie, dass Sie bei Google über vokabel de-en beziehungsweise term en-de als erstes einen Link zur Online-Übersetzung des eingegebenen Begriffes präsentiert bekommen?
Natürlich können Sie auch zu Sprachkursen für den PC greifen, die immer leistungsfähiger werden - und wenn es darum geht, spezielles Fachvokabular zu erlernen, hilft vielfach auch entsprechende Fachliteratur, die man beispielsweise über Amazon findet. Einige Tipps:
Smalltalk auf Englisch: Einfach ins Gespräch kommen, Telse Wokersien, GU
Meetings auf Englisch, Mario Klarer, Redline
Business Englisch: Sicher sprechen und schreiben, Telse Wokersien, GU
Sprachführer Business Englisch: Wortschatz und Redewendungen für Meetings und Geschäftsreisen, Langenscheidt
Business Talk Englisch Trainer: Die wichtigsten Redewendungen für Geschäftstreffen und Small Talk, Audio CD, Handelsblatt Audio Edition
Audio - die hörbar besseren Sprachtrainer: business english, 6 CDs, Digital Publishing
Business Sprachkurs English, Windows, Koch Media
Business English Wortschatztrainer 3.0, Windows, Langenscheidt
Abgesehen von den eigentlichen Sprachkenntnissen, bei denen der Gesprächspartner in der Regel auch Ihr ehrliches Bemühen honorieren und über kleinere Schnitzer hinwegsehen wird, kann aber auch der interkulturelle Umgang zur Herausforderung werden. Dann kann es nicht nur wichtig sein, was man sagt, sondern wie man es ausdrückt.
Schon zwischen Großbritannien und den USA herrschen so große kulturelle Unterschiede (die sich auch in sprachlichen Besonderheiten niederschlagen), dass das nächste Fettnäpfchen selbst für diejenigen nicht weit ist, die von sich behaupten, des Englischen weitgehend mächtig zu sein. Noch schwieriger wird es bei Geschäftspartnern aus dem asiatischen Raum und aus den Golfstaaten.
Neben einer Auffrischung der Sprachkenntnisse sollte man sich daher auch einen Crashkurs hinsichtlich der kulturellen und gesellschaftlichen Besonderheiten gönnen, wenn Geschäftskontakte von strategischer Bedeutung sind. Sonst kann es leicht passieren, dass man beim Smalltalk versehentlich Tabuthemen anschneidet, die scheinbare Zustimmung des asiatischen Kollegen missinterpretiert oder den amerikanischen Gesprächspartner in Zugzwang setzt, wenn man seine Einladung zum gelegentlichen Treffen zu ernst nimmt. Auch hier gibt es entsprechende Fachliteratur, aber auch spezielle Kurse und Online-Angebote.
Lesetipps:
Business Knigge international: Der Schnellkurs, Kai Oppel, Haufe, 2008
Global Business Behaviour: Erfolgreiches Verhalten und Verhandeln im internationalen Geschäft, Richard Gesteland, Orell Füssli
Das professionelle 1 x 1: Cross Culture - Benimm im Ausland, Hans-Michael Klein, Cornelsen
Nutzen Sie die vielfältigen Angebote, damit Sie Fettnäpfchen rechtzeitig erkennen und aus dem Weg gehen können, ohne versehentlich nach Stammesführern zu rufen…
*“I want to talk to your chief now!” - Aber natürlich wissen Sie, dass man “Chef” lieber nicht mit “Chief” übersetzen sollte. Ansonsten bestätigen Sie einmal mehr die Meinung über einen großen Teil der Deutschen, die ihrem Gastland keinen Respekt zollen. (Und können sich im Gegenzug darüber beschweren, dass Ihr Gegenüber nie von “Austria” gehört hat … aber garantiert kennt er als guter Amerikaner einen Familienangehörigen, der in Ramstein oder Heidelberg stationiert war.)

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