Hightech-Analyse aus Österreich für japanische Heidelbeeren
[07.09.2009]
Ein hoch innovatives Technologieunternehmen aus Graz gibt japanischen Früchte-Verarbeitern die Möglichkeit, jede einzelne Heidelbeere berührungslos auf Schädlinge, Fremd- und Störstoffe zu analysieren.
Im Sommer 2009 erhielt die Firma EVK DI Kerschhaggl GmbH von einem großen Früchte-Verarbeiter in Japan den Auftrag für die Entwicklung, Konstruktion und Implementierung eines Chemical Imaging Systems zur Qualitätskontrolle und Sortierung von Heidelbeeren.
Ein optischer Sensor, der das spektrale Verhalten im NIR(Nah-Infrarot)-Bereich (bis 1,7 Mikrometer Wellenlänge) auswertet, kann mit höchster Treffsicherheit zwischen Heidelbeeren und (organischen) Störstoffen wie Blättern, Stengeln, Würmern, Insekten etc. unterscheiden. Bei geeigneter Auslegung des Gesamtsystems unter Einbeziehung des Hintergrundes können auch weitere (anorganische) Störstoffe wie Steine etc. detektiert werden. Darüber hinaus ist ein derartiger optischer Sensor in der Lage, Inhaltsstoffe wie Zucker, Wassergehalt oder Feststoffanteile zu analysieren und zu quantifizieren.
Das Chemical Imaging System HELIOS NIR von EVK ist für diese Aufgabenstellung bestens geeignet. Mit HELIOS NIR können Spektren in höchster Qualität und mit bester Ortsauflösung erfaßt und online ausgewertet werden. Das System liefert online alle notwendigen Informationen bis hin zur Generierung der Steuersignale für die Ausschleusung (Ansteuerung von bis zu 512 Druckluftventilen) der unerwünschten Teile.
Die Chemical Imaging Systeme HELIOS der Firma EVK basieren auf Sensortechnologien, die ursprünglich für die Rüstungsindustrie und die Raumfahrt entwickelt wurden. Speziell zwei Materialien, InGaAs (Indium-Gallium-Arsenid) und MCT (Mercury-Cadmium-Tellurid) haben Einzug in die industrielle Bildverarbeitung gefunden.
Grundlage für diese Analysemethode ist die Interaktion von elektromagnetischen Wellen mit Materie. Unterschiedliche Moleküle werden hierbei durch unterschiedliche elektromagnetische Wellenlängen zum Schwingen angeregt und absorbieren die dort eingestrahlte Energie. Aufgrund der reflektierten Reststrahlung können nun Rückschlüsse auf die molekulare Zusammensetzung des betrachteten Objektes gezogen werden. Daraus folgt, dass neben Farbe, Form, Größe und Struktur eines Materials auch dessen chemische Eigenschaften erhoben werden. Über chemometrische Algorithmen können Lebensmittel so z.B. hinsichtlich ihres Zuckergehaltes, Reifegrades, Fettgehaltes oder Proteingehaltes klassifiziert werden. Mit diesem Verfahren wäre es auch denkbar, zwischen Analogkäse und echtem Käse unterscheiden zu können.
Die in Raaba ansässige EVK DI Kerschhaggl GmbH forscht und entwickelt seit nahezu 20 Jahren auf dem Gebiet von optisch und induktiv arbeitenden Sensorsystemen.
(pts)

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