Fragen statt Vorgaben

[13.01.2011]

cholerischer ChefViele Führungskräfte versuchen, ihre Mitarbeiter durch strikte Vorgaben und Anweisungen zu optimalen Resultaten zu führen. Doch es geht auch anders…

Die strikte Zielvorgabe und Aufgabenverteilung gilt weithin als ein effektives Führungsinstrument: Werden die erwarteten Resultate nicht erreicht, dann waren die Vorgaben eventuell unzureichend oder die Aufgabenverteilung suboptimal.

Doch dieser Führungsstil kann dazu führen, dass Vorgaben und Anweisungen immer strikter und schärfer erfolgen, während sich die Ergebnisse nicht wie gewünscht entwickeln. Es besteht dann die Gefahr, dass die Führungskraft den „Draht“ zu den Mitarbeitern verliert und sich statt eines Miteinanders ein Gegeneinander einstellt.

Der Grund liegt dann häufig in einer Diskrepanz zwischen der Vorgabe und der Wahrnehmung dieser durch den einzelnen Mitarbeiter: Was als klare Anweisung gedacht ist, wirkt auf ihn unter Umständen wie Bevormundung. Ursache ist oft ein fehlendes Verständnis füreinander und für die übergeordnete Aufgabe - und damit ein Motivationsdefizit.

Als Alternative bietet sich ein kooperativer Führungsstil an, bei dem in Zielgesprächen dem Mitarbeiter die Anforderungen nicht als Vorgaben, sondern als offene, zu lösende Fragen präsentiert werden. Statt „Ihre Aufgabe ist XYZ“ heißt es dann sinngemäß: „Wie können wir XYZ umsetzen und welchen Weg schlagen Sie dazu vor?“

Merke: Alles, was man zur Vorgabe machen kann, kann man auch in Frageform
zum Thema machen. Doch in Frageform verpackt wird die Kreativität, Eigenleistung und Motivation des Gegenübers gefordert.

Dabei ist es für Führungskräfte nicht nur wichtig, die richtigen Fragen zu stellen und sich auch Rückfragen zu stellen. Ebenso wichtig ist es, das richtige Timing zu finden: Eine Gesprächspause an der richtigen Stelle wirkt deutlich mehr als jede Anweisung und jeder Befehl - und ist dabei auch noch Motivation und Ansporn.

Für Führungskräfte gilt: Wer konsequent mit Fragen und Pausen arbeitet, erreicht oft in
der Hälfte der Zeit die doppelte Wirkung.




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