EU-Erweiterung: Die Rolle österreichs für die europäische Logistik

[11.12.2003]

Die Osterweiterung der Europäischen Union wird auf europäische Distributionszentren in wesentlicher Form Einfluss nehmen. österreich wird dabei, als europäischem Wirtschaftsstandort für Logistikzentren, keine rosige Zukunft prophezeit.



Wenn ab 2004 die zehn neuen Länder zur EU beitreten, wird österreich nur eines von vielen Ländern inmitten der EU sein,und dadurch die Vorreiterrolle, die es jetzt unausweichlich als Ostgrenze der EU bei vielen Unternehmen mit Exportaktivitäten genossen hat, verlieren. Das ist das Ergebnis der Studie EU enlargement - European Distribution Centres on the move? der Management- und IT-Beratung Cap Gemini Ernst & Young.

Auf Grundlage der Standortbestimmungskriterien für Distributionszentren wurde analysiert, welche EU-Länder bevorzugte Standorte für regionale und europäische Distributionszentren sind.

“Zusammengefasst besagt die Studie für österreich, dass wir für welt- und europaweit agierende Unternehmen als Logistikstandort nicht in Frage kommen und dementsprechend unter ‘last-in-line’ neben Zypern, Griechenland und Malta gelistet sind,” erklärt Christian Stüger, EU-Erweiterungsexperte des internationalen Consulters Cap Gemini Ernst & Young.

Als “Best-in-class” gelten demnach Belgien, Deutschland und Holland.  “Auch als regionales Distributionszentrum spielen wir für den ‘Cluster’ Eastern Europe eine mehr als untergeordnete Rolle,” weiß der EU-Experte von Cap Gemini Ernst & Young zu berichten.

Untersucht wurden auch die Gesamtauswirkungen der EU-Erweiterung auf die Rolle und Position der Distributionszentren innerhalb Europas:

“Die Untersuchung zeigt, dass ein großer bidirektionaler Güterfluss zwischen West- und Osteuropa dort entsteht, wo Rohstoffe über große Häfen in Westeuropa geliefert werden”, sagt Stüger. “Diese werden zu den Produktionsstätten in Niedriglohnländern Osteuropas transportiert und dann als Fertigprodukte in Westeuropa verteilt”.

Dieser kontinentale Transportfluss wird zunehmend über Schiene und Wasserstraßen abgewickelt. Multimodale Transportzentren, die mehrere Transportmittel nutzen, sitzen an den deutschen Grenzen, wo die Güter dann von der Schiene oder vom Wasser auf die Straße umgeladen werden und umgekehrt.

Durch die zentrale Lage der Bundesrepublik im neuen Europa sind osteuropäische Ziele schnell erreichbar, Deutschland wird durch die Osterweiterung an Attraktivität gewinnen. Litauen und Lettland sind zusammen mit dem derzeit führenden Finnland die wichtigsten Standorte für regionale Distributionszentren in Nordosteuropa. Diese Länder dienen als Sprungbrett für den Export nach Russland.

Frankreich behält seine Top-Stellung bei regionalen Distributionszentren für Südeuropa. Zusätzlich zu seinem europaweiten Status liegt Deutschland gemeinsam mit Polen, Ungarn und der Tschechische Republik auch bei den regionalen Zentren für den osteuropäischen Raum vorne. Der mögliche EU-Beitrittskandidat Bulgarien wird ein wichtiger Standort regionaler Distributionszentren für Südosteuropa sein. [ots/cgey]


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