E-Books, Teil 1: Hardware

[03.10.2009]

E-Book-Reader„Elektronische Bücher“ sind in - auch wenn sie den Massenmarkt längst noch nicht erreicht haben und die vielbeschworene Ablösung des gedruckten Buchs keineswegs in Sichtweite ist. Im ersten Teil geht es um die Lesegeräte ...

Auf den ersten Blick bedarf der Begriff E-Book, also die Kurzform von „electronic book“, nicht unbedingt einer langatmigen Erklärung: Klar, das sind doch diese elektronischen Bücher, von denen jeder spricht! Im Detail gibt es dann aber doch eine Menge Unklarheiten, denn was wirklich ein „elektronisches Buch“ ist und wie der Begriff verwendet werden sollte, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Das fängt bereits damit an, dass einige mit dem Begriff das eigentliche Lesegerät, also genauer den E-Book-Reader, bezeichnen, andere den eigentlichen digitalen Lesestoff (unabhängig von dem zur Konsumation verwendeten Endgerät).

Neue Lesegeräte (Reader) werden mittlerweile von immer mehr Unternehmen in immer kürzerer Folge angekündigt. Das bekannteste Lesegerät ist vermutlich der Kindle von Amazon, der allerdings (wie andere Lesegeräte auch) seinen Weg nach Europa noch nicht gefunden hat. Der größte Nachteil des Kindle: Er versucht, den Leser an einen Anbieter für digitalen Lesestoff zu binden - in diesem Fall Amazon. Ein großer Vorteil: Er bezieht seinen Lesestoff auf Wunsch per eingebautem Mobilfunk-Modem - jederzeit, in Sekundenschnelle und für viele US-Bestseller für knapp 10 $ pro Buch (deutlich unter den empfohlenen Verkaufspreisen für die gedruckten Hardcover-Ausgaben).

Auch im österreichischen und deutschen Buchhandel werden mittlerweile E-Book-Reader verstärkt angeboten, zumeist ein Modell von Sony, das allerdings eigentlich technisch bereits überholt ist. Daneben gibt es mittlerweile eine Vielzahl spezieller Reader mit zum Teil gravierenden technischen Unterschieden, die weniger bekannt sind. Und alle 14 Tage wird ein neues Modell angekündigt.

Die Lesegeräte unterscheiden sich nicht nur in den Display-Größen:

  • Viele spezielle Lesegeräte setzen auf die sogenannte E-Ink-Technologie. Sie erlaubt eine sehr kontrastreiche Darstellung der Seiten, ist extrem energiesparend (nur der Seitenwechsel benötigt Strom, allerdings ist er oft langsam und es kommt zu einem kurzen Bildschirmflackern) und das Display kann bequem in der Sonne abgelesen werden - allerdings können die Geräte nur wenige Graustufen darstellen, Animationen oder Videos können nicht flüssig wiedergegeben werden, es gibt zumeist keine intuitive Notizfunktion und diese Reader sind monofunktional - viel mehr als E-Books darauf zu lesen kann man mit ihnen nicht.
  • Andere Reader setzen auf die gleichen Technologien, wie sie bei PDAs und Smartphones seit Jahren zum Einsatz kommen - nur die Displays sind ggf. größer. Vorteile sind beispielsweise die Möglichkeit, beliebige Farben und Animationen anzuzeigen oder zusätzliche Funktionen zu integrieren (es handelt sich um komplette Kleincomputer). Neuere Geräte setzen zudem oft auf eine Touchscreen-Bedienung, was das Blättern sehr komfortabel macht (wenn man sich nicht an Fingerabdrücken auf dem Display stört). Allerdings müssen diese Geräte wesentlich häufiger an die Steckdose, sie sind in der Sonne schlecht ablesbar, und bei multifunktionalen Geräten kann es durchaus passieren, dass der Wechsel zwischen geladenem E-Book, im Hintergrund geöffnetem Mailprogramm und zugleich eingehendem Handy-Anruf nicht immer intuitiv gelingt.

Und natürlich muss es nicht immer ein eigenes, neues Lesegerät sein: Digitale Inhalte lassen sich prinzipiell auch am vorhandenen PC, Notebook oder Smartphone lesen - allerdings selten wirklich bequem.

Fatal ist zudem, dass Sie nicht jeden Inhalt auf jedem Lesegerät nutzen können: inkompatible Dateiformate, DRM (Digital Rights Management) und eine begrenzte Schnittstellenauswahl machen es schwierig - und vielfach unmöglich -, Inhalte beliebig auszutauschen. Das kann im Extremfall sogar dazu führen, dass Ihre gekaufte Sammlung digitaler Inhalte bei Diebstahl oder Defekt des Readers nichts mehr wert ist.

Tatsächlich ist die Wahl des geeigneten Lesegerätes von vielen Faktoren abhängig: Lesen Sie so viel, dass sich der (noch hohe) Anschaffungspreis für einen speziellen Reader lohnt? Reicht Ihnen eine Graustufen-Darstellung? Welche Display-Größe benötigen Sie? Möchten Sie eigene Inhalte (z.B. firmeninterne PDFs, Word-Dokumente) anzeigen oder gar gearbeiten können? Nutzen Sie das Gerät häufig im Freien? Möchten Sie bequem Notizen zu dem Gelesenen notieren können? Wie wichtig ist Ihnen eine leistungsfähige Suchfunktion? Möchten Sie sich Texte vorlesen lassen können oder mit dem Gerät auch Hörbücher abspielen? Wollen Sie überhaupt ein zusätzliches Gerät mitschleppen, oder möchten Sie lieber ein (eventuell bereits vorhandenes) multifunktionales Gerät nutzen?

Viel Spaß bei der Zusammenstellung Ihrer Anforderungsliste!

Im nächsten Teil kümmern wir uns dann um die eigentlichen elektronischen Inhalte.




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