Der neue Mitarbeiter (Teil II)
[01.04.2008]
Ihre Abteilung bekommt Zuwachs … im ersten Teil haben wir uns auf jobspezifische Fragen konzentriert. Jetzt geht es um das große Ganze…
Im ersten Teil dieser Miniserie haben wir Ihnen nahegelegt, der Einarbeitung neuer Mitarbeiter Priorität einzuräumen und den Neuanfänger auf seine Aufgaben und die internen Abläufe vorzubereiten. Wir haben eine Liste Job-relevanter Themen vorgestellt, die Sie ansprechen sollten.
Doch damit nicht genug. Wie schon erwähnt muss neues Personal auch in die Unternehmensphilosophie eingewiesen werden. Im Idealfall übernimmt das die Personalabteilung (oder neudeutsch: HR), aber Sie sollten sich nicht darauf verlassen.
Lassen Sie uns also einen Blick auf wichtige Themen werfen, die “Neuen” helfen, sich im Unternehmen zurechtzufinden:
- Historie, Tradition, Kultur, Werte, Visionen und Ziele des Unternehmens (wer einen Job im Unternehmen bekommt, sollte davon zwar eine Vorstellung haben, aber sicher ist sicher)
- Organisationsstruktur des Unternehmens samt Tochterunternehmen, ggf. mit Org-Chart
- Vorstellung aller Abteilungen und des Wechselspiels zwischen ihnen
- Erwähnung wichtiger externer Partner (Outsourcing, PR …)
- Alleinstellungsmerkmale des Unternehmens - nicht nur im Markt, sondern auch intern
- Produkt-/Angebotspalette
- Kundenstruktur
- Qualitäts- und Servicephilosophie
- Wettbewerber und besondere Marktstrukturen
- Unternehmensdaten wie Umsatz, Gewinn, Mitarbeiterzahl, Standorte etc. - hier können Sie ggf. auf Unternehmensbroschüren verweisen
- Mitarbeiterprogramme
- wichtige Unternehmensvorschriften von Arbeitszeit und Krankmeldung über Urlaub bis hin zu interner und externer Kommunikation, Sicherheit, Umgang mit Kollegen und Nutzung von Firmeneigentum
- Verhalten in Notfällen
- Disziplinarmaßnahmen (nur für den Fall)
- Unternehmensveranstaltungen und -angebote, die verpflichtend, empfohlen oder freiwillig sind
- Serviceangebote vor Ort für Mitarbeiter, von Kantine und Cafeteria über die Bibliothek bis zum Tennisplatz und dem Kindergarten, aber auch Mitarbeiterkredite, besondere Versicherungsangebote …
- Datenschutzerklärungen und sonstige verpflichtende Verhaltensregeln, die ggf. gesondert zu unterzeichnen sind
- Unternehmensprogramme wie betriebliches Vorschlagswesen, Mitarbeiterfortbildung, Sicherheits- und Qualitätsprogramme
- u.U. Gehaltsbestandteile und deren Zusammensetzung (Boni, Provisionen)
- weitere Besonderheiten im Unternehmen
Halten Sie auch diese Informationen in einem Dossier fest - und aktualisieren Sie sie regelmäßig!
Es mag Ihnen übertrieben vorkommen, all diese Themen mit neuen Mitarbeitern zu besprechen. Doch bedenken Sie, dass jeder Mitarbeiter auch immer Botschafter für das Unternehmen und damit auch für Ihre Abteilung und Ihre Person ist: Es wäre Ihnen sicher nicht recht, wenn der “Neue” von Bekannten oder potenziellen Kunden zum neuen Job befragt wird und er antwortet: “Keine Ahnung, so lange bin ich ja noch nicht dabei … und bisher hat mir das niemand gesagt.” - Und erst recht kann es nicht in Ihrem Interesse sein, dass der Neue ein “schiefes” Bild über seinen neuen Arbeitgeber und seine Abteilung bekommt und dieses ggf. sogar weiterverbreitet.
Überlassen Sie die Einarbeitung daher nicht dem Zufall, sondern planen Sie sie. Übernehmen Sie die Aufgabe möglichst selbst - so können Sie sicher sein, dass alle Themen angesprochen und korrekt wiedergegeben werden.
Den ersten Teil der Miniserie finden Sie hier.

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