Das Passwort-Problem
[01.02.2009]
Immer mehr Passwörter für immer mehr Online-Dienste. Können Sie sich noch alle merken? Mit ein paar kleinen Tricks können Sie sich behelfen und machen sich das Leben ein wenig einfacher und sicherer…
Wie viele Kennwörter für irgendwelche Seiten im Internet müssen Sie sich merken? Da kommt einiges zusammen!
Natürlich raten Experten dazu, für jeden Dienst ein eigenes Passwort zu nutzen. Und alle sollen möglichst komplex und schwer zu erraten sein. Aber wenn es Ihnen so geht wie den meisten, die sich nicht mal die eigene Telefonnummer und den Hochzeitstag merken können, dann ist das zwar eine nette Theorie, aber in der Praxis benutzen Sie entweder doch nur Ihr Standard-Kennwort oder höchstens eine Handvoll Passwörter, die Sie immer wieder einsetzen.
Das birgt aber enorme Risiken, denn wenn Sie für Ihren privaten GMX-Mailaccount das gleiche Kennwort verwenden wie für Twitter, Amazon, Ihren PC im Büro oder auch Ihr Smartphone, dann reicht es, nur dieses eine Kennwort auszuspähen, um eine Menge über Sie zu erfahren und ggf. größeren Schaden anzurichten. Über Ihren Online-Banking-Zugang, Ihr eBay-Profil und andere “wertvolle” Accounts sprechen wir gar nicht erst.
Daher ist es wichtig, nicht das gleiche Kennwort für mehrere Dienste zu verwenden. Aber was ist die Alternative? Ein Passwort-Manager ist auf den ersten Blick ganz praktisch, aber auch er könnte angegriffen werden - dann reicht es aus, das Master-Kennwort herauszufinden, um gleich alle Ihre Accounts zu kompromitieren. Noch ärgerlicher aber: Solch einen Passwort-Manager haben Sie nicht immer zur Hand. Entweder nur am PC oder mobil auf dem Notebook, Handy oder PDA - nur gut, wenn Sie die dann nicht verlieren.
Mit einer Passwortkarte wie von passwortkarte.de können Sie sich von elektronischen Hilfsmitteln ein wenig unabhängiger machen. Der Weisheit letzter Schluss ist das aber auch nicht.
Wie aber können Sie individuelle Kennwörter für jeden Dienst nutzen, die Sie sich auch noch merken können und die nicht trivial zu erraten sind? Ganz einfach: Setzen Sie Ihre Kennwörter aus mehreren Teilen zusammen. Den Kern bildet eine für Außenstehende zufällige Folge von etwa 8 Buchstaben und Ziffern, bei gemixter Groß-/Kleinschreibung. An dieses hängen Sie dann jeweils individuell einige Zeichen, die Sie aus dem jeweiligen Dienst ableiten und mit Sonderzeichen abtrennen. Oder Sie stellen die individuelle Kennung voran - oder teils, teils.
Beispiel: Ihr Kern-Kennwort ist “hV5aa8Be”. Für eBay merken Sie sich “eB” und “Y”, so wird als eBay-Kennwort daraus z.B. “eB”+”.”+“hV5aa8Be”+”!”+“Y” = “eB.hV5aa8Be!Y”, für Twitter “Tw” und “tr” = “Tw.hV5aa8Be!tr”, usw.
Was Sie sich für die einzelnen Dienste merken und wie Sie eine Regel für das Zusammensetzen bilden, bleibt Ihnen überlassen (und die Regeln verraten Sie natürlich auch niemandem). Da Sie das zufällige Kern-Kennwort immer wieder nutzen, besteht keine Gefahr, es zu vergessen. Gleichzeitig aber haben Sie so individuelle Kennwörter für jeden Dienst, die Sie sich nicht alle irgendwo notieren müssen.

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