Containerschifffahrt: Preiskrieg ruiniert Reedereien
[02.09.2011]
Kampf um Marktanteile hat begonnen - Überkapazitäten belasten
Hamburg (pte014/28.06.2011/11:20) - Trotz des weltweiten Aufschwungs sieht sich die internationale Containerschifffahrt mit einer drohenden Folgekrise konfrontiert. Vor allem der seit Herbst 2010 verstärkt um sich greifende Preiskampf macht der Branche schwer zu schaffen. So sinken die Frachtraten und decken zum Teil nicht mehr die Kosten. Branchenbeobachter befürchten, dass der Containerschifffahrt, die im Jahr 2009 fast 20 Mrd. Dollar Verlust eingefahren hat, nun ein ruinöser Wettbewerb droht.
Preise unter Druck
Das Problem der Branche ist zu einem gewissen Grad hausgemacht. Denn die internationalen Großreedereien müssen die Preise senken, um immer größer werdenden Frachter auslasten zu können. Das Ziel besteht aber auch darin, sich mit den günstigen Preisen Marktanteile für die Zukunft zu sichern. Dem Hamburger Abendblatt nach kostet der Transport eines Containers (TEU) von Shanghai nach Nordeuropa derzeit 845 Dollar statt 1.381 Dollar zu Jahresbeginn.
Da in der Branche in der Regel ein Preis pro TEU-Standardcontainer um die 1.000 Dollar als auskömmlich gilt, drohen jetzt bereits Verluste. Traditionsreedereien wie Hapag-Lloyd haben auf diese Situation inzwischen reagiert und verzichteten im ersten Quartal auf Transporte “mit minderer Preisqualität”. CEO Michael Behrendt beklagte den zunehmenden Wettbewerb, weil dieser das Geschäft inzwischen erschwere. Vor allem neue Riesenfrachter sind problematisch.
Noch mehr Containergiganten
Den Bestelllisten nach wird die Zahl der Abfertigung neuer Megaschiffe, die noch während des Booms vor 2009 bestellt wurden, frühestens ab 2013 abnehmen. Somit bleiben die Preise bis dahin unter Druck. Zwar wird für 2011 sowie die folgenden Jahre ein Wachstum im Transport von jährlich neun Prozent erwartet, doch der Tonnagezuwachs übertrifft den Wert bereits. So stieg die Zahl der zwischen Europa und Fernost eingesetzten Frachter um 23 Prozent.
Überkapazitäten bleiben problematisch. Denn konnten 2010 noch Abfertigungen verschoben und Kapazitäten durch reduzierte Geschwindigkeiten begrenzt werden, sind diese Optionen inzwischen ausgereizt. Das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik geht davon aus, dass bis Ende 2014 rund 149 Containerfrachter mit mehr als 10.000 Stellplätzen für Container in den Betrieb gehen. Zum Vergleich: Bis April 2011 waren erst 78 dieser Riesen unterwegs.
Aussender: pressetext.redaktion
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[ Quelle: http://pressetext.com/news/110628014/ ]

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