Apps und App-Stores
[04.12.2009]
Selten hat ein neues Konzept einen Markt so umgekrempelt wie der Boom der sogenannten Apps. Insbesondere im Mobilfunk-Bereich hat derjenige das Nachsehen, der seinen Nutzern keinen eigenen App-Store bieten kann.
Doch der Reihe nach. Apps (Kurzform für: Applications) sind eigentlich nichts Neues: kleinere oder größere Anwendungen, die ein Gerät um neue Funktionen erweitern. Insofern sind die Programme, die man sich früher mühsam für seinen Palm PDA oder sein Windows Mobile Smartphone besorgt hat, ebenfalls Apps.
Doch erst Apple hat mit dem iPhone und dem iPod touch das Konzept revolutioniert. Waren Handy und MP3-Player bis dahin vor allem zum Telefonieren respektive Musikhören gut, setzte Apple bei diesen Geräten darauf, dass sie extrem einfach vom Nutzer durch zusätzliche Programme (eben: Apps) um weitere Funktionen ergänzt werden können.
Diese Apps sollten aber nicht nur leicht einzuspielen sein, sondern auch an einer zentralen Stelle für die Nutzer aufzufinden. Die Idee des App-Stores war geboren: ein vom Gerät selbst durchstöberbarer App-Katalog, über den interessante Anwendungen gleich gekauft und installiert werden können. Der App-Store ist somit der zentrale Anlaufpunkt für Kunden, die nach neuen Apps Ausschau halten.
Das Konzept bietet viele Vorteile:
- Für die Käufer gewinnen Geräte, die über Apps und App-Stores bequem um neue Funktionen erweiterbar sind, enorm an Attraktivität. Handy und MP3-Player werden so zu Gaming-Plattformen, mobilen Büros, E-Book-Readern, Travel-Guides und sogar Navigationssystemen ... kaum ein Bereich, für den sich nicht eine geeignete App finden ließe. Durch den App-Store muss man sich nicht mühsam im Web informieren, sondern findet alles an einer zentralen Stelle gebündelt.
- Für den Anbieter bedeutet der App-Store zusätzliche Einnahmen und eine höhere Bindung der Kunden: Wer wird auf eine neue Plattform wechseln, wenn er zig Apps für die bisherige erworben und mit seinen Daten gefüttert hat?
- Und für Programmierer bedeutet der App-Store eine wesentlich größere Sichtbarkeit und erheblich vereinfachte Distributionswege für die entwickelten Anwendungen.
Heute versuchen im Grunde alle Handy-Hersteller, dieses Konzept zu kopieren: kein zukunftsweisendes Endgerät ohne Erweiterbarkeit durch Apps aus einem zentralen App-Store. Allerdings sind die virtuellen Regale mancher App-Stores deutlich besser gefüllt als die anderer.
Und das Konzept springt auch auf andere Bereiche über: Hersteller arbeiten an den Nachfolgern des TV-Geräts, die sich mittels Apps zu vernetzten Multimedia-Entertainment-Centern mausern sollen; Spielekonsolen nutzen das Vertriebsmodell, um schnell neue Games laden zu können, ohne sich erst eine DVD kaufen zu müssen; erste E-Book-Reader sollen über Apps multifunktional erweiterbar werden, und es wird sogar daran gearbeitet, das Prinzip auf den klassischen Desktop zu übertragen.

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