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Begriffe aus der digitalen Welt
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Offshoring
[21.04.2004]Der Begriff “Offshoring” umfasst die Auslagerung von Dienstleistungen - und damit von Arbeitsplätzen - in Billiglohnländer. Im Bank- und Kreditwesen, bei Versicherungen und Fluggesellschaften sowie bei IT-Unternehmen werden solche Auslagerungen mehr und mehr vorgenommen. Nach einem KcKinsey-Report sind in den USA im Jahr 2002 Dienstleistungsjobs im Wert von rund 35 Milliarden US-Dollar nach übersee transferiert worden. In Europa bestehen ähnliche Tendenzen für Offshoring in die neuen EU-Staaten und nach Indien. Besonders Telekom-Unternehmen machen von dieser Möglichkeit vermehrt Gebrauch, zum Beispiel durch “Offshoring” von Callcentern, Buchhaltung und Finanzleistungen sowie Programmierungsleistungen. Die Auslagerung sensibler Daten wie Buchhaltung- und anderer unternehmenskritischer Informationen ist ebenso ein bedenkswerter Faktor wie der Verlust von Arbeitsplätzen im Inland. Studien kommen zu unterschiedlichen Ergebnissen, was die Auswirkungen auf die ökonomien der beteiligten Staaten betrifft. Offshoring hat also insofern neben der wirtschaftlichen eine politische Dimension, der sich verschiedene Protestbewegungen und Gewerkschaften widmen.
Englischsprachige Artikel zu Offshoring:
www.fastcompany.com/magazine/81/offshore.html
www.mckinsey.com/knowledge/mgi/offshore/
Deutschsprachige Artikel zu Offshoring:
www.computerwoche.de/index.cfm?pageid=254&artid=59714
www.zdnet.de/itmanager/kommentare/0,39023450,39119176,00.htm
www.zdnet.de/itmanager/strategie/0,39023331,39121588,00.htm

RFID
[03.04.2004]Abkürzung für “Radio Frequency Identification”, also “Identifizierung per Funk”. RFID ist eine Methode, mit der Daten kontaktlos gelesen und gespeichert werden können. Als Träger der Daten dient ein Transponder bzw. ein Etikett (engl. “tag”), das nichts anderes ist als ein winziger Computerchip. Die Reichweite des Signals beträgt je nach Bauart zwischen einigen Zentimetern und 30 Metern.
Einsatzgebiete sind zum Beispiel: Mautsysteme, Zugangskontrollen, bargeldloses Bezahlen und Skipässe. Infolge preisgünstiger Massenproduktion werden immer mehr Anwendungsmöglichkeiten für die RFID-Technologie erschlossen. Die neue Wiener Hauptbücherei arbeitet zum Beispiel mit RFID zur Verwaltung von Ausleihe und Rückgabe: Die Nutzer können die Bücher, die mit Transpondern versehen sind, auf diese Weise selbsttätig aus den Regalen entnehmen, die Verbuchung erfolgt automatisch beim Passieren von “Gates”, Lesegeräten die den Diebstahlssicherungen bei Kaufhaus-Ausgängen ähneln. Auch die neuen Wiener “Hundemarken” basieren auf RFID.
Zur Zeit wird die Anwendung von RFID in der Konsumgüterherstellung diskutiert, die zum Beispiel die Erfassung von gekauften Artikeln mit Hilfe spezieller Einkaufswagen ermöglicht und die Rationalisierung von Kassiervorgängen und Lagerhaltung in Supermärkten vorantreiben soll.
Der massenhafte Einsatz von RFID ruft allerdings auch die Datenschützer auf den Plan, die unter anderem die Entstehung des “gläsernen Konsumenten” befürchten. Die versteckten Sender in den Waren könnten zum Beispiel auch über den Kauf hinaus für vom Anwender unbemerkte Datengenerierung verwendet werden - was zum Beispiel durch eine Selbstzerstörung der Transponder nach dem Passieren der Kasse verhindert werden könnte.
Informationen zu RFID und zur kontroversiellen Diskussion:
www.ecin.de/spotlight/2004/03/31/06919/
http://de.wikipedia.org/wiki/RFID
www.vibe.at/begriffe/rfid.html

Grid Computing
[03.03.2004]“Grid” heißt “Gitter” und Grid Computing ist eine Methode, mit der räumlich voneinander entfernte Computer so miteinander zusammenarbeiten, dass je nach Bedarf und Vorhandensein in diesem verteilten Netzwerk auf freie Rechenkapazitäten zugegriffen werden kann. Wenn man bedenkt, dass Großrechenanlagen oft bis zu 80 Prozent ihrer Kapazitäten nicht nützen, weil sie z.B. nur zu bestimmten Zeitpunkten bestimmte Aufgaben erfüllen, den Rest der Zeit aber auf Warteposition stehen oder als Sicherheitsreserve im Falle eines Ausfalls anderer Systeme dienen, kann die wirtschaftliche Dimension von Grid Computing rasch nachvollzogen werden.
Ein Beispiel aus der Wissenschaft ist das SETI@home-Projekt, bei dem die ungenützten Rechnerressourcen von vier Millionen Home-PCs auf der ganzen Welt zur Auswertung von Radio-Teleskop-Daten aus dem Weltall herangezogen werden.
Die wirtschaftliche Nutzung von Grid Computing steckt noch in den Kinderschuhen, gerät aber verstärkt in den Fokus von Unternehmen, deren Kerngeschäft mit Netzwerktechnologie, Speichertechnik und Datenbanktechnologie zu tun hat. An vorderster Stelle ist hier derzeit Oracle zu nennen, das sich mit dem Grid Computing intensiv auseinandersetzt und entsprechende Business-Anwendungen entwickelt.
Links zu weiterführenden Informationen:
Oracle Grid Computing
www.oracle.com/technologies/grid
Fraunhofer Resource Grid
www.fhrg.fhg.de

Community
[03.02.2004]Der englische Begriff für “Gemeinde”, Community, hat sich im Internet als überbegriff für “Gemeinschaft” oder “Gemeinschaft Gleichgesinnter” etabliert. Die Mitglieder virtueller Communitys tauschen sich zum Beispiel über Foren, Chats oder per E-Mail in Mailinglisten aus; manche Communitys haben eigene Websites, andere existieren nur als Mailinglisten ohne weitere Anlaufstelle im Web. Die Bildung und Entwicklung von Communitys ist nicht immer an eine technische Plattform gebunden, vielmehr ist die “Identität” der Mitglieder das Wesentliche. So bezeichnet der Begriff viele unterschiedliche Erscheinungsformen von Gemeinschaften, deren wesentlichste Grundlage das gemeinsame Interesse an einem bestimmten Thema ist, über das man sich online (aber zusätzlich oft auch offline) austauscht.

CMS
[06.01.2004]Content Management Systeme - kurz CMS - sind heute das Rückgrat vieler Webauftritte und dienen auch in Intranets, Extranets und Online-“Portalen” aller Art zur Verwaltung von Inhalten (Content). Das Grundprinzip von CMS ist die Trennung von Design/Layout und Inhalten. Das heißt, die Informationen, wie z.B. eine Bildschirmseite eines Webauftritts grafisch und von der Aufteilung her gestaltet ist, werden an einem anderen Ort gespeichert als die Inhalte - Texte, Bilder, Video- und Autodateien. Wird am Layout etwas verändert, können dennoch die vorhandenen Inhalte weiter verwendet werden. CMS arbeiten in der Regel mit Datenbanken zusammen, in denen der Content liegt. “CMS” selbst sagt nichts darüber aus, wie “mächtig” das System ist. Es gibt sehr einfache CMS, die nur wenige verschiedene Content-Arten verwalten können, und es gibt sehr komplexe CMS, die neben der Datenspeicherung auch die Vergabe von Zugriffsrechten, Freigaberechten, Linkmanagement und vieles andere verwalten. Im Procurement spielen CMS eine große Rolle, zum Beispiel bei Katalog-Anwendungen und auf Procurementportalen.
Weiterführenden Informationen zum Thema Content-Management finden Sie auf:

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