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Begriffe aus der digitalen Welt
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Google+ (mit Invite-Link)
[02.09.2011]
Google+ (oder kurz: G+) ist ein Soziales Netzwerk des Suchmaschinengiganten Google, das sich derzeit in einer geschlossenen Beta-Phase befindet und den Nutzern mehr Kontrolle über ihre Daten ermöglicht als bislang üblich.
Social Networks sind nicht mehr wegzudenken: Neben den Platzhirschen Facebook und Twitter gibt es zahllose weitere Netzwerke, die um die Gunst der Nutzer buhlen. Seit dem 28. Juni 2011 versucht nun auch Google, ein Stück vom Kuchen abzubekommen. Das Projekt mit dem Namen Google+ ist nicht der erste Versuch, sich im Social-Media-Umfeld zu tätigen - aber es ist der bei weitem erfolgversprechendste.
Google+ liegt wie anderen Sozialen Netzwerken der Gedanke zugrunde, dass sich die Mitglieder untereinander vernetzen und Informationen (Statusupdates, Links, Fotos/Videos, ...) miteinander teilen und zu kommentieren. Doch Google geht dabei einen interessanten Weg, der dem Einzelnen mehr Kontrolle über die Verbreitung seiner Daten und der von ihm bereitgestellten Informationen bietet. Circle (bzw. Kreise) dienen dazu, Personen in bestimmte Gruppen zu unterteilen, die bereitgestellten Informationen können dann auf einzelne Personen oder Kreise beschränkt werden. Daher auch das Motto: “Teilen wie im richtigen Leben, neu erfunden für das Web.”
Die Oberfläche von Google+ wirkt aufgeräumter als bei vielen Wettbewerbern, einige innovative Funktionen haben schon dazu geführt, dass Facebook nachziehen musste: Konkurrenz belebt das Geschäft. Noch befindet sich Google+ in einer geschlossenen Beta-Phase und unterstützt (noch) keine Business-Profile, einige wichtige Funktionen fehlen zudem noch. Schon jetzt aber zeigen sich interessante Ideen, die Macher sind zudem ständig präsent und nehmen das Feedback der Nutzer ernst.
Neben dem sehr bequemen Einbinden von Fotos und Videos in eigene “Shares” sind sogenannte “Hangouts” ein vielgenutztes Feature von G+. Bis zu 10 Personen können sich an diesen informellen Video-Chats per Webcam und Browser beteiligen. Hangouts werden nicht nur zum privaten Austausch genutzt, sondern bereits rege für Mini-Konzerte, Kochkurse, themenzentrierte Workshops, Podiumsdiskussionen, Vorträge und Gruppen-Meetings eingesetzt. Möglichkeiten, private Nachrichten auszutauschen, Informationen zu relevanten Themengebieten zu abonnieren sowie ein eigener Online-Game-Channel runden das Angebot ab, das kontinuierlich weiterentwickelt wird.
Die Teilnahme an Google+ ist derzeit nur auf Einladung möglich. Für Leser unseres Magazins haben wir 150 Invites - nutzen Sie einfach den nachstehenden Link (derzeit nicht für Google Apps-User nutzbar):

Crowdfunding
[29.06.2011]
Crowdfunding (übersetzt in etwa “Schwarmfinanzierung”) ist eine Art der Finanzierung, durch die sich Geschäftsideen bereits in der Entstehungsphase mit Fremdkapital versorgen und auf Markttauglichkeit abprüfen lassen.
Über Websites wie Kickstarter.com können angehende Existenzgründer ihre Idee für ein Produkt oder ein Projekt der Öffentlichkeit vorstellen und um finanzielle Unterstützung in Form von Spenden bitten. Dazu legen die Ideengeber eine Laufzeit für den Spendenaufruf, die minimale Höhe des benötigten Kapitals und die Stufen, in welcher Höhe gespendet werden kann, fest. Als potenzielle Geldgeber (bzw. Spender) fungiert die anonyme Masse der Internet-Nutzer.
Je Stufe werden den Spendern in der Regel bestimmte Boni angeboten - z.B. bei Produkten die bevorzugte Lieferung aus den ersten Produktchargen, spezielle Bundles oder auch Sondereditionen. Bei anderen Projekten wird den Spendern u.U. ein Mitspracherecht bei der Produktentwicklung oder eine namentliche Nennung als Sponsor offeriert.
Die Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter sorgen dafür, dass die Spender (respektive Geldgeber) nur dann eine Finanzierung in der gewählten Höhe leisten müssen, wenn am Ende der festgelegten Laufzeit mindestens die ursprünglich festgelegte Summe zusammengekommen ist. Im Gegenzug für die Bereitstellung der Plattform und die Abwicklung der Zahlungen behält der Anbieter einen Prozentsatz der eingenommenen Summe. Kommt das Projekt nicht zustande, dann besteht auch keine Verpflichtung seitens der potenziellen Kapitalgeber.
Crowdfunding setzt auf die Reichweite des Internets und darauf, dass viele Nutzer bereit sind, interessante Ideen mit jeweils einer geringen Summe zu unterstützen - insbesondere dann, wenn sie dafür nach einer gewissen Zeit einen Gegenwert erhalten. Daher eignet sich Crowdfunding vor allem für Projekte, die sich an eine internetaffine Zielgruppe richten. Beliebt sind z.B. kreative Produktideen, die Smartphones und andere Gadgets um fehlende Funktionen ergänzen - hier erwerben die Geldgeber mit ihrer Spende oftmals das Produkt, quasi also ein sehr langer Vorkasse-Kauf.
Aber auch Künstler und Kreativschaffende haben diese Finanzierungsform für sich entdeckt und versuchen z.B. Kunstprojekte, Filmvorhaben oder auch die Buchproduktion (von der Manuskripterstellung bis zur Herstellung) auf diese Weise vorzufinanzieren.
Für die Ideengeber hat Crowdfunding zudem einen weiteren Vorteil: Sie stehen über die jeweiligen Plattformen direkt mit ihrer Zielgruppe in Kontakt und können anhand der Reaktionen und des Spendenaufkommens ablesen, wie ihre Idee am Markt aufgenommen wird. So entscheidet auch die Projektpräsentation erheblich über Erfolg oder Misserfolg der jeweiligen Kampagne.

Ortungsdaten
[31.05.2011]
Location Based Services basieren darauf, die Position eines Nutzers (genauer: eines mobilen Endgerätes) automatisch zu ermitteln. Dabei stehen neben GPS auch andere Methoden zur Verfügung.
Das globale Satellitenpositionierungssystem GPS ist das wohl bekannteste Verfahren, um die eigene Position zu ermitteln. Dabei empfängt ein GPS-Empfänger die Signale mehrerer spezieller GPS-Satelliten. Aus diesen Angaben und den Abweichungen der Signallaufzeiten kann das Gerät dann die eigene Position sehr genau ermitteln - und das weltweit. Immer mehr Smartphones, Tablets und Netbooks haben solche GPS-Empfänger mittlerweile eingebaut.
Darüber hinaus kann die Position aber auch über andere Methoden ermittelt werden: Geräte mit Mobilfunkfähigkeiten nutzen zur Positionsbestimmung die Details der jeweils im Empfangsbereich befindlichen Sendemasten und die Empfangsstärke. Die Sendemasten identifizieren sich mit eindeutigen Angaben, befinden sich mindestens drei Sendemasten im Empfangsbereich, so kann durch Triangulierung die Position auf wenige Meter genau bestimmt werden.
Eine dritte Möglichkeit ergibt sich durch die WLAN-Module vieler Endgeräte: Mit der Kartografierung vieler bevölkerungsreicher europäischer und amerikanischer Regionen wurden auch die Kennungen von WLAN-Basisstationen mit ihren Positionen/Sendestärken erfasst. Befindet sich nun ein Endgerät im Empfangsbereich einer solchen WLAN-Station, so kann die Position darüber grob bestimmt werden. Dazu ist es nicht notwendig, dass sich das Gerät in das WLAN einbucht oder einbuchen kann. Befinden sich gar mehrere WLAN-Router im Empfangsbereich, so kann die Position über entsprechend Dienste ebenfalls sehr genau bestimmt werden.
Desweiteren ist es teilweise möglich, durch zugeordnete dynamische IP-Adressen des Internet-Providers zum Teil bis auf Stadtteil- oder sogar Straßenebene die Position eines mit dem Internet verbundenen Endgerätes zu bestimmen. Mittlerweile sind bereits die ersten Apps in der Erprobung, die anhand eines über das Mikrofon aufgenommenen “Sound”-Fingerabdrucks feststellen, ob sich mehrere Nutzer eines Dienstes im gleichen Raum bzw. am gleichen Ort befinden. Natürlich lassen sich die einzelnen Techniken auch miteinander kombinieren.
Die so ermittelten Ortungsdaten werden beispielsweise von Navigationssystemen genutzt. Aber auch Kamera-Anwendungen speichern Ortsangaben häufig als zusätzliche Metadaten zu aufgenommenen Fotos. Location Based Services nutzen Ortungsdaten auf vielfältige Weise, um dem Nutzer ortsbezogene Dienste und Informationen zur Verfügung zu stellen.
Problematischer ist jedoch die unwissentliche Nutzung durch Werbetreibende, die auf die Ortungsdaten zugreifen, um “zielgerichtete” Werbung zu platzieren. Ebenso kann die bewusste oder zufällige Sammlung solcher Positionsangaben dazu genutzt werden, Bewegungsprofile zu erstellen, die dann (ggf. ohne Wissen der betroffenen Person) ausgewertet werden können.

LibreOffice
[30.04.2011]
Das freie Office-Paket mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentationsprogramm, Datenbank, Zeichentool und Formeleditor entstand als Abspaltung aus dem Office-Paket OpenOffice.org.
LibreOffice ist ein leistungsfähiges, kostenlos erhältliches und freies Office-Paket. Es enthält alle grundlegenden Komponenten zur Text- und Tabellenverarbeitung sowie Datenverwaltung und Präsentation. Es ist dateikompatibel mit Microsoft Office und entstand aus dem bekannteren Open Office.
Open Office entstand aus StarOffice und wurde von Sun Microsystems unter einer Open-Source-Lizenz freigegeben. Die Entwicklung wurde von der extra gegründeten OpenOffice.org-Initiative koordiniert. Nachdem Sun Microsystems allerdings im Januar 2010 von Oracle übernommen wurde und daraus folgend auch die Entwicklung von OpenOffice.org in deren Verantwortung übergegangen ist, entstand innerhalb der OpenOffice.org-Gemeinschaft Unzufriedenheit. Kritisiert wurde insbesondere, dass Oracle die Zukunft von OpenOffice.org offen ließ und die Unterstützung des Projektes immer spärlicher ausfiel. Im September 2010 entschieden sich schließlich führende Mitglieder der OpenOffice.org-Gemeinde, die neue Document Foundation zu gründen und das Projekt unter dem Namen LibreOffice als “Fork” unabhängig weiterzuentwickeln.
Rechtlich ist dieser Fork (bzw. die Abspaltung) möglich, da die Quellen des Programms von Sun Microsystems unter eine Open-Source-Lizenz gestellt wurde. Das Ziel der Document Foundation: Die Entwicklung des Office-Pakets soll unabhängig von Firmeninteressen weitergeführt und die Freiheiten sowohl von Entwicklern als auch von Anwendern sollen gestärkt werden. LibreOffice sieht sich als die legitime Fortführung des OpenOffice-Projektes. OpenOffice wird, insbesondere in Linux-Distributionen, sukzessive durch LibreOffice ersetzt.
Das Office-Paket besteht im Wesentlichen aus den sechs Einzelprogrammen
- Writer, das zur Textverarbeitung genutzt werden kann,
- Calc, das ein Tabellenkalkulationsprogramm darstellt,
- Impress, mit dessen Hilfe Präsentationen erstellt und bearbeitet werden können,
- Draw, das für die Erstellung und Bearbeitung von Grafiken zuständig ist,
- Base, einem Datenbankmanagementsystem und
- Math, mit dessen Hilfe mathematische Formeln aufgestellt und bearbeitet werden können.
LibreOffice wird zur Zeit in 104 Sprachen, darunter auch Deutsch, angeboten und steht für die Betriebssysteme Microsoft Windows (ab 2000), Linux (ab Kernel 2.6.18) und Mac OS X (ab Version 10.4) zur Verfügung.

Deep Packet Inspection (DPI)
[31.03.2011]
Eine Methode zur Analyse und Überwachung des Netzwerkverkehrs, bei der neben den Routing-Informationen auch der Inhalt der Datenpakete ausgewertet wird.
War früher die Deep Packet Inspection vor allem für Netzwerktechniker wichtig, um Übertragungsproblemen auf die Spur zu kommen, so kommt dem Verfahren heute (auch dank immer leistungsfähigerer Systeme) eine große Bedeutung bei der Vorratsdatenspeicherung, der Internetkontrolle totalitärer Regierungen, bei Abhörmaßnahmen und bei der Priorisierung einzelner Dienste (vgl. Netzneutralität) zu.
Prinzipiell basiert der Datenverkehr in modernen Netzwerken (und damit auch dem Internet) auf dem Prinzip der paketbasierten Übertragung: Alle Informationen werden in “normierten Datenpakete” verpackt - ist eine Nachricht umfangreicher als die Menge an Daten, die ein Paket aufnehmen kann, so wird sie in mehrere Pakete aufgeteilt, die unabhängig voneinander versandt und beim Empfänger wieder ausgepackt und zur Nachricht zusammengesetzt werden. Jedes Paket enthält dabei (ähnlich einem Postpaket) Informationen über Absender, Empfänger etc. Diese Headerdaten entsprechen in etwa dem Adressaufkleber und sie werden von jedem Knotenpunkt, den das Paket durchläuft, ausgelesen und verarbeitet. Daneben gibt es die eigentlichen Nutzdaten, also den Inhalt des Pakets. Diese müssen für die ordnungsgemäße Weiterleitung und Zustellung nicht ausgewertet werden und sind daher in der Regel für die Vermittlungsstellen tabu.
DPI setzt nun genau bei diesen Nutzdaten an und wertet diese aus. Damit ist es möglich, den Inhalt der Nachricht auszuwerten und z.B. Kopien anzufertigen, die Weiterleitung zu beeinflussen (zu beschleunigen oder zu verzögern) bzw. die Weiterleitung aufgrund des Inhalts oder es verwendeten Dienstes komplett zu verweigern. Die Deep Packet Inspection ist daher für alle Überwachungsmaßnahmen essenziell und wird von Behörden, Geheimdiensten und anderen staatlichen Stellen eingesetzt. Sie muss dazu allerdings auf der Ebene des Providers (auf Seiten des Absenders und/oder Empfängers) ansetzen, da nur hier alle Pakete gesichert zusammenkommen.

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