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Begriffe aus der digitalen Welt
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Virtualisierung
[01.03.2009]
Unter der Virtualisierung von IT-Umgebungen werden Methoden verstanden, die Ressourcen eines Computers zusammenzufassen oder aufzuteilen. Es handelt sich um den Trend zur kostengünstigeren und effektiveren Ausnutzung der IT-Infrastruktur.
Für den Begriff Virtualisierung existiert keine allgemeingültige Definition. Als Schlagwort in der Werbung umschreibt es jedoch Konzepte, um die physikalisch vorhandene Hardware (Rechner, Speichersysteme) in virtuelle Maschinen zu unterteilen und diese den Nutzern zur Verfügung zu stellen. Primäres Ziel ist, dem Benutzer eine Abstraktionsschicht zur Verfügung zu stellen, die ihn von der eigentlichen Hardware isoliert. Diese logische Schicht verbirgt die physischen Details der Hardware und es wird jedem Anwender (so gut es geht) suggeriert, dass er der alleinige Nutzer einer Ressource ist bzw. eine homogene Plattform vor sich hat. Die für den Anwender unsichtbare bzw. transparente Verwaltung der Ressource ist dabei in der Regel die Aufgabe des Betriebssystems.
So weit die Theorie. In der Praxis kann die Virtualisierung sowohl Kosten einsparen als auch die Systemverwaltung vereinfachen und zu einer effizienteren Nutzung der Gesamt-Hardware beitragen. Zusätzlich kann Virtualisierung genutzt werden, um die Sicherheit der Umgebung zu steigern. Einige Beispiele:
Kosteneinsparung: Die klassische IT-Umgebung in Unternehmen umfasst häufig recht leistungsfähige Arbeitsplatzrecher mit eigenen Festplatten etc. Diese werden in der Regel nicht ausgenutzt: Die Rechner laufen die meiste Zeit im Leerlauf, Festplattenkapazitäten liegen brach usw. Durch Virtualisierung kann zentral eine virtuelle Arbeitsumgebung auf einem zentralen Server eingerichtet werden, die bei Bedarf vom Mitarbeiter gestartet werden, die dann als “virtuelle” Maschine auf dem Server läuft. Der Arbeitsplatzrechner dient nur noch für den Zugriff auf die virtualisierte Arbeitsumgebung und braucht weniger Rechenleistung und Festplattenspeicher. In der Summe werden so die Ressourcen des Servers (Rechenleistung und Speicherplatz) optimal verteilt.
Systemwartung: Virtualisierung ist auch dann sinnvoll, wenn Updates für Programme und Betriebssystem eingespielt werden müssen. Die Aktualisierung muss nur am “virtuellen Master” durchgeführt werden und steht dann für alle virtuellen Maschinen zur Verfügung. Ergänzend kommt hinzu, dass damit lästige Inkompatibilitäten, wie sie durch die heterogene PC-Infrastruktur in viele Unternehmen immer wieder vorkommen, vermieden werden: Alle virtuellen Maschinen sind von der (simulierten) Ausstattung her identisch.
Effizienz: Durch Virtualisierung ist es wesentlich einfacher, Ressourcen bedarfsgerecht aufzuteilen und aufzustocken. Gute Beispiele hierfür sind Haupt- und Festplattenspeicher, die bei Arbeitsplatz-PCs einzeln getauscht oder aufgerüstet werden müssen. Virtualisierung erlaubt es, die Ressourcen der physikalischen Hardware jederzeit aufzustocken, während die virtuellen Maschinen davon nichts mitbekommen und die Auswirkungen allen gemeinsam zugute kommen.
Sicherheit: Die Bedrohung durch Schadprogramme wie Viren und Trojaner hat dazu geführt, dass einige Experten auch zur Vertualisierung nicht nur auf Serverebene, sondern auch am Arbeitsplatz raten. Dabei wird innerhalb der realen Betriebssystemumgebung eine virtuelle Maschine mit einer eigenen Rechnerumgebung gestartet. Der Vorteil: Sollte die virtuelle Maschine tatsächlich von Schadsoftware befallen werden, so kann sie einfach gelöscht und eine Kopie der Virtualisierungsumgebung gestartet werden. Damit entfällt die lästige Säuberung und Neuinstallation infizierter PCs. Allerdings gibt es auch Schadprogramme, die erkennen, dass sie in einer virtuellen Umgebung auflaufen und sich dann auf das “Wirtssystem” durchbeißen. Trotzdem bietet diese Form der Virtualisierung eine zusätzliche Sicherheitsebene.
Virtualisierung kann daher helfen, IT-Ressourcen effektiver und kostensparender einzusetzen.

Virales Marketing
[01.02.2009]
Virales Marketing ist die moderne Form der Mundpropaganda: Ein “virales Element” wird von der Zielgruppe selbst im Freundeskreis immer weiter verbreitet und verbreitet so auch die eigentliche Werbebotschaft.
Virales Marketing nutzt dazu existierende soziale Netzwerke und Kommunikationsmedien, um virale Botschaften in die Welt zu setzen und zu verbreiten. Über das Internet - so die Idee - senden sich die Benutzer gegenseitig Links, Hinweise oder auch die viralen Elemente selbst und sorgen so für die effekive Verbreitung. Ziel der Werber ist es, so die Aufmerksamkeit auf Marken, Produkte oder Kampagnen zu lenken, indem sich Nachrichten epidemisch, wie ein Virus ausbreiten sollen.
Als virales Element kann alles dienen, was interessant, spannend, ungewöhnlich, lustig oder anrührend genug ist, um von der Zielgruppe an Freunde und Bekannte weitergeleitet zu werden - das kann in der einfachsten Form ein Online-Video ebenso sein wie ein Spiel, ein Bild, ein Text, ein Klingelton oder was auch immer.
Das gerne genannte Paradebeispiel für virales Marketing ist das ursprüngliche Moorhuhn-Spiel, das kostenlos heruntergeladen und weitergegeben werden konnte. Es wurde per E-Mail millionenfach weitergereicht. Allerdings zeigt dieses Beispiel auch den größten Schwachpunkt viraler Kampagnen: Kaum jemand weiß, dass hinter der Moorhuhn-Kampagne Johnny Walker stand ... und der Umsatz des Getränkeherstellers hat sich bei Weitem nicht so explosionsartig entwickelt wie die Verbreitung des Moorhuhn-Spiels.
Es ist daher umstritten, ob virale Kampagnen aktiv geplant werden können, was den Erfolg für die Werbebotschaft betrifft. Je höher der Anreiz ist, den das virale Element bietet, umso höher der erzielbare Verbreitungsgrad. Aber es kommt auf die Integration der Werbebotschaft an, damit die Kampagne nicht nur zum Strohfeuer verkommt.
Moderne VM-Kampagnen setzen daher immer häufiger auf eine langfristige Wirkung, indem der Nutzen/Spaß des viralen Elements mit jedem neuen Empfänger steigt - hier bieten sich insbesondere soziale Netze für die Verbreitung an.
Rund um das virale Marketing haben sich verschiedene Analysemethoden entwickelt, die versuchen, den Erfolg von VM-Kampagnen qualitativ (z.B. mittels SNA - Social Network Analysis) und quantitativ (z.B. durch OVT - Online Viral Tracking) zu ermitteln.

Micropayments
[04.01.2009]
Vor wenigen Jahren als Schlüssel für den Erfolg des E-Commerce propagiert, bleibt die Zahlung von Kleinstbeträgen im Internet bis auf Weiteres ein Randthema.
Bei Zahlungen von Kleinst- und Kleinbeträgen spricht man von Micropayment. Mit zunehmender Bedeutung des E-Commerce und des Online-Handels mit digitalen Gütern wie Musikdownloads oder Beiträgen aus Zeitschriften- und Zeitungsarchiven und Datenbanken im Web schienen Geschäftsmodelle, die Micropayments vorsehen, immer wichtiger zu werden. Die Herausforderung für den Betreiber besteht bei Micropayments darin, die Transaktionen kostengünstig und sicher durchzuführen - denn nur dann ist einerseits die Wirtschaftlichkeit, andererseits das Vertrauen der Kunden gegeben.
Doch in der Praxis haben Micropayment-Systeme keine besonders hohe Verbreitung gefunden: Bei den meisten Händlern fallen kaum Transaktionen unter 10 Euro an - und hier sind konventionelle Zahlungssysteme praktikabel. Dementsprechend sind die am häufigsten verwendeten Zahlungsoptionen im Internet auch Vorkasse, Überweisung, Lastschrift, Nachnahme und der Kauf auf Rechnung. In den USA ist die Zahlung per Kreditkarte am gebräuchlichsten.
Micropayments finden vor allem in geschlossenen Systemen statt, bei denen der Anbieter die Aufladung eines Kundenkontos vorsieht - der iTunes-Store von Apple, aber auch Googles Adsense/Adwords-Systeme basieren auf solchen “Insellösungen”, bei denen anbieterintern kumuliert abgerechnet wird.
Die gebräuchlichsten Systeme, mit denen Micropayments anbieterinter oder anbieterübergreifend möglich sind, unterscheiden sich in:
- vorausbezahlte, also Pre-Paid-Systeme;
- eGeld bzw. eCash (in der Praxis kaum anbieterübergreifend gebräuchlich);
- Bonuspunkt-Systeme (z.B. Webmiles);
- virtuelle Konten (z.B. Paysafecard, PayPal);
- Billing-Systeme (z.B. Firstgate);
- Mobilfunk-Inkasso (z.B. Paybox).
Mehr Informationen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Micropayment

Teleclasses
[01.12.2008]Teleclasses sind eine relativ neue, kostengünstige Form der Wissensvermittlung, die sich als Ergänzung oder Alternative zu Präsenzveranstaltungen eignet.
In den USA erfreuen sich Teleclasses wachsender Beliebtheit. Hierbei handelt es sich um Live-Seminare, zu denen die Teilnehmer jedoch nicht extra anreisen müssen, sondern sich per Telefon (oder manchmal auch Webcast) zuschalten.
Das technische Prinzip dahinter beruht auf dem Konzept der Konferenzschaltung: Die Teilnehmer erhalten vorab eine Rufnummer und eine PIN und wählen sich dann zur angegebenen Zeit in die Konferenzleitung ein, müssen ihre PIN per Telefontatstur eingeben und werden in die Konferenz eingeschaltet. Damit es nun nicht zu einem heillosen Durcheinander kommt, werden die Teilnehmer in der Regel - anders als bei klassischen Telefonkonferenzen - stumm geschaltet.
Ein Trainer oder eine Gruppe von Experten veranstaltet im Rahmen einer solchen Teleclass nun faktisch ein “Audio-Seminar” - die Dauer variiert dabei in der Regel zwischen 30 und 90 Minuten, jeder Teilnehmer trägt dabei seine Telefonkosten. Jederzeit können während der Teleclass auch die Leitungen für die Zuhörer geöffnet werden, damit sie beispielsweise Fragen stellen können.
Vorteile von Teleclasses: Die Teilnahme ist prinzipiell von überall möglich - auch vom anderen Ende der Welt. Zudem sind die Hardware-Anforderungen sowohl für Teilnehmer und Anbieter gering. Teilnehmer benötigen ein Telefon, Anbieter ergänzend einen PC mit Internetzugang, um den virtuellen Konferenzraum effektiv zu steuern.
Die moderne Technik erlaubt es, Hunderte oder Tausende gleichzeitiger Zuhörer zu einer Teleclass zuzulassen, die gesunkenen Telefonkosten sorgen dabei dafür, dass Teleclasses für Teilnehmer eine interessante Alternative zu Präsenzveranstaltungen sind. Einige Teleclass-Anbieter nutzen zudem Webcast-Technologien, um die Teleclass parallel live ins Internet zu streamen.
Ein weiterer Vorteil: Die Technologie erlaubt es, sehr einfach Audio-Mitschnitte zu erstellen, die später als Aufzeichnung zur Verfügung gestellt werden können. Zudem sind die Produktionskosten wesentlich geringer als bei Schulungsvideos oder klassischen Online-Seminaren.
Nachteil: Per Telefon/Sprache lassen sich nicht alle Themen gleich gut transportieren, zudem lässt die Aufmerksamkeit nach einer gewissen Zeit deutlich nach. Müssen Beispiele veranschaulicht werden, so muss zuvor ein Handout erstellt und den Teilnehmern, beispielsweise als PDF, zur Verfügung gestellt werden.
Insgesamt sind Teleclasses eine interssante Ergänzung zu Präsenzveranstaltungen und eignen sich auch für kleine Gruppen.

E-Voting (Electronic Voting)
[02.11.2008]
Unter E-Voting fasst man alle Formen von Wahlen oder Abstimmungen zusammen, bei denen die Stimmen mit elektronischen Hilfsmitteln erfasst und ausgewertet werden.
Die bekannteste und zugleich umstrittenste Form des E-Votings setzt auf elektronische Wahlmaschinen: Hier wird der Wählerwillen im Wahllokal per Wahlmaschine erfasst, nachdem die Stimmberechtigung des Wählers manuell überprüft wurde. Das Problem dieser Wahlmaschinen: Es wurde immer wieder gezeigt, dass sich Wahlergebnisse manipulieren lassen oder Wähler schlicht nicht mit dem Wahlprozess zurechtkommen und so Stimmen gegebenenfalls nicht gezählt werden.
Die Kritik an Wahlmaschinen ergibt sich aus den Anforderungen, die für politische Wahlen erfüllt werden müssen:
- Nur die Personen, die zur Wahl zugelassen sind, dürfen Stimmen abgeben.
- Jeder Wähler darf nur einmalig und mit gleichem Stimmengewicht abstimmen.
- Niemand kann ermitteln, welche Stimme ein Wähler abgegeben hat.
- Fälschungssicherheit: Gültige Stimmen dürfen nicht verändert (gefälscht) werden können; gültige Stimmen nicht vernichtet werden können und ungültige Stimmen nicht hinzugefügt werden können.
- Jeder Wähler hat die Möglichkeit, unabhängig von jeder anderen Person die Korrektheit der Wahl einschließlich aller vorher genannten Punkte zu prüfen.
Gerade die letzten Punkte bieten im Zusammenhang mit Wahlcomputern immer wieder Stoff für Diskussionen.
Allerdings sind Wahlcomputer nicht die einzige Form des E-Votings. Die einfachste Form des E-Votings ist die Online-Umfrage, wie sie auch auf dieser Seite rechts unten zu finden ist. Hier ist allen Beteiligten klar, dass es sich nur um ein Meinungsbild handelt, das weder repräsentativ noch fälschungssicher ist.
Eine weitere, einfache Form sind elektronische Präsenzabstimmungen - bekannt beispielsweise aus den Zuschauerabstimmungen bei “Wer wird Millionär”, aber auch aus Plenarsälen. Hier kann jeder Anwesende in einem bestimmten Zeitfenster durch Knopfdruck seine Meinung zu einer Abstimmungsfrage abgeben.
Beim E-Counting werden papierbasierte Wahlzettel verwendet, die jedoch durch Texterkennungssysteme ausgewertet werden. Dieses System stellt vor allem eine Effizienzsteigerung in Aussicht, nicht vom System auswertbare Stimmzettel werden manuell erfasst, das System muss so eingerichtet werden, dass zweifelhafte Stimmen nicht automatisiert ausgewertet werden, aber auch nicht “unter den Tisch” fallen.
Das große Ziel des E-Votings sind reine Internetwahlen oder Online-Wahlen, bei denen eine den Anforderungen an politische Wahlen genügende Stimmabgabe am heimischen PC per Online-Verbindung ohne Besuch eines Wahllokals möglich wird. Hierzu ist allerdings eine Vielzahl von Problemen zu bewältigen - von der Prüfung der Identität und Stimmberechtigung der vor dem PC sitzenden Person über die Abhör- und Manipulationssicherheit der Stimmübertragung bis hin zur fälschungssicheren Verarbeitung und Speicherung der abgegebenen Stimmen.

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