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Begriffe aus der digitalen Welt
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Thunderbolt (Light Peak)
[08.03.2011]Eine von Intel entwickelte neue universelle Computer-Schnittstelle, die hohe Transferraten bietet und mittelfristig existierende Schnittstellen ablösen soll und erstmals 2011 von Apple implementiert wurde.
Thunderbolt ist die Bezeichnung für eine von Intel zunächst unter dem Codenamen Light Peak entwickelte Schnittstelle zwischen Computern, Monitoren, Peripheriegeräten und Unterhaltungselektronik, wie beispielsweise Videokameras oder Festplatten. Sie zeichnet sich durch sehr hohe, bidirektionale Datenübertragung aus und soll als universeller Anschluss mittelfristig USB und andere Schnittstellen ablösen.
Obwohl unter dem Namen Light Peak zunächst als optische Schnittstelle konzipiert, wird bei der ersten Version aus Kostengründen ein herkömmliches Kupferkabel verwendet. Damit sind Kabellängen von 3 Metern spezifiziert, mit der für künftige Versionen angekündigten Glasfaser-Übertragungstechnik sollen dann 10 Meter und mehr möglich sein.
Thunderbolt ist für Transferraten von jeweils 10 GBit/s für Hin- und Rückkanal bei paralleler Übertragung spezifiziert. Dabei werden existierende Übertragungsprotokolle eingesetzt, so dass über geeignete Konverterboxen auch Peripheriegeräte mit DisplayPort-, PCI-Express- oder USB-Schnittstelle angeschlossen und verwendet werden können.
Ein erheblicher Vorteil von Thunderbolt besteht im sogenannten Chaining von Peripheriegeräten: Peripherie mit Thunderbolt-Schnittstelle kann dann hintereinandergeschaltet werden: So kann der Computer per Thunderbolt mit dem Display verbunden werden, an das dann wiederum externe Speichermedien, aber auch Tastaturen und vieles mehr angeschlossen werden können. Damit kann Thunerbolt dazu beitragen, den Kabelsalat zu reduzieren.
Thunderbolt wurde für den praktischen Einsatz zunächst von Apple lizensiert und Ende Februar 2011 in die Macbook-Pro-Reihe eingebaut. Mit einer Verfügbarkeit der Schnittstelle in PCs anderer Hersteller wird Anfang 2012 gerechnet. Der Erfolg der Schnittstelle wird erheblich von der Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit geeigneter Peripheriegeräte abhängen - erste Demonstrationen sind durchaus vielversprechend.

HUD (Heads-Up Display)
[31.01.2011]
Die Abkürzung HUD wurde ursprünglich für Displays verwendet, die z.B. im Auto oder im Flugzeug Informationen direkt in das Gesichtsfeld des Nutzers einblenden. Mittlerweile findet sich die Abkürzung jedoch auch bei zahlreichen Software-Applikationen.
Die Grundidee des Heads-Up-Displays besteht darin, dass der Anwender seinen Blick nicht vom Geschehen abwenden muss, um wichtige Statusinformationen zu sehen. Stattdessen werden die Informationen direkt ins Blickfeld einprojiziert.
Bekannt ist dieses Prinzip vielen aus den Terminator-Filmen, in denen der Cyborg Zusatzinformationen in seinem Blickfeld sieht. Auch Kampfpiloten kennen das Prinzip seit Langem, zudem es hat Einzug in den Automobil- und Schienenfahrzeugbau gehalten. Bei diesen Anwendungsszenarien geht es darum, die Sicherheit des Nutzers zu erhöhen. Beispielsweise kann er bei hohen Geschwindigkeiten durch den Blick auf einen klassischen Tacho zu lange abgelenkt werden, während das HUD die Information kontinuierlich einblendet.
Seit einiger Zeit bedient sich auch das Produktmarketing verstärkt des Begriffs „HUD“. Bei bestimmten SMS-Anwendungen, Mail-Apps und E-Book-Readern für Smartphones wird dazu ein Live-Kamerabild des Gerätes von der eigentlichen Anwendung überlagert. Dies soll dazu dienen, auch unterwegs das Gerät nutzen und trotzdem jederzeit nahende Gefahren erkennen zu können.
Selbst für klassische PCs und Macs gibt es Tools, die sich des HUD-Begriffs bemächtigen. Systemmonitoring-Dienste oder Taschenrechner legen dabei ihre Informationen in einem kleinen, verschiebbaren (semi)transparenten Fenster über die Hauptanwendungen und den Desktop.

Mobile Hotspot
[13.01.2011]
Gemeinsame Nutzung einer Mobilfunk-Datenverbindung beispielsweise eines vorhandenen Smartphones durch mehrere persönliche Geräte, in der Regel über WLAN.
Immer häufiger werben Anbieter damit, dass Smartphones als „Mobile Hotspot“ fungieren können. Daneben gibt es auch eigenständige, zigarettenschachtelgroße Geräte, die als mobiler, persönlicher Hotspot arbeiten. Doch was verbirgt sich dahinter?
Häufig besteht der Wunsch, mit Notebook, Netbook, iPad oder einem anderen Gerät unterwegs online zu gehen. Sofern vor Ort kein WLAN-Anbieter verfügbar war, behalf man sich bislang bei Notebooks und Netbooks mit einem UMTS-Stick, andere Geräte konnte nur dann mobil online gehen, wenn sie selbst ein UMTS-Modul integriert hatten.
Der Nachteil dieses Verfahrens ist allerdings, dass so zusätzliche SIM-Karten und Datenverträge benötigt werden. Dabei haben immer mehr Nutzer eigentlich einen leistungsfähigen Online-Zugang mit entsprechendem Datentarif bereits in der Tasche: ihr Smartphone.
Die Idee des „Mobile Hotspots“ ist es nun, die Datenverbindung des Smartphones über WLAN mit anderen, persönlichen Geräten zu teilen. Das Smartphone (oder alternativ ein eigenständiges, kleines Gerät) verhält sich nach außen wie ein klassischer Hotspot: nach der obligatorischen Anmeldung werden Internet-Anfragen über UMTS/3G weitergeleitet. So ist es möglich, unterwegs mit jedem mobilen Endgerät online zu gehen, das zumindest WLAN-fähig ist. Einige Lösungen erlauben alternativ auch die Bereitstellung der Datenverbindung per Bluetooth oder Kabel.
Ein „Mobile Hotspot“ ist dabei nicht nur praktisch, weil er es erlaubt, ad hoc eine Internetverbindung aufzubauen. Ein weiterer Vorteil liegt in der Kostenersparnis: Es werden weder separate UMTS-Sticks noch zusätzliche Mobilfunkverträge/SIM-Karten benötigt, im Idealfall wird der bestehende Vertrag so erst optimal ausgereizt.
Genau hier liegt allerdings auch das Problem: Manchem Mobilfunk-Provider sind die (häufig rein softwarebasierten) Mobile-Hotspot-Lösungen ein Dorn im Auge. Sie verkaufen lieber mehr Verträge, die ggf. nur zu einem Bruchteil ausgenutzt werden. Dementsprechend untersagen sie z.T. in ihren Vertragsbedingungen eine solche Nutzung - Nutzer sind gut beraten, sich vorab darüber zu informieren, wie ihr Anbieter dieses Nutzungsszenario handhabt.

Netzneutralität
[29.11.2010]
Netzneutralität steht für die Forderung, dass Zugangsanbieter Datenpakete von und an ihre Kunden unverändert und gleichberechtigt übertragen, unabhängig davon, woher diese stammen oder welche Anwendungen die Pakete generiert haben.
Das Thema Netzneutralität ist seit einigen Monaten heftig umstritten und Gegenstand politischer, wirtschaftlicher und kultureller Diskussionen. Um zu verstehen, worum sich diese Diskussionen drehen, ist es entscheidend, sich vor Augen zu führen, dass jegliche Nutzung des Internets mit seinen verschiedenen Diensten paketbasiert erfolgt und zwischen Nutzer und Serviceanbieter (Webseitenbetreiber, VoIP-Dienstleister ...) immer ein Zugangsanbieter (access provider) als Mittelsmann fungiert.
Diesem Mittelsmann kommt in der Diskussion um die Netzneutralität besondere Bedeutung zu: Anstatt jedes Datenpaket gleichrangig zu betrachten und ident zu behandeln, ist es möglich, bestimmte Datenpakete zu bevorzugen, zu benachteiligen oder gar ganz abzulehnen. Die Gründe hierfür sind für die Zugangsanbieter finanzieller Natur. So können sie die Serviceanbieter an den Kosten für die Netzinfrastruktur beteiligen und im Gegenzug eine bevorzugte Weiterleitung der Datenpakete offerieren, aber auch unliebsame oder besonders netzbelastende Dienste aussperren.
So ist es bei einigen Zugangsanbietern im Mobilfunkbereich (UMTS) derzeit durchaus üblich, Voice over IP (“Internettelefonie”) vertraglich zu untersagen mit dem Hinweis auf die zu hohe Netzbelastung, zugleich aber damit sicherzustellen, dass die eigenen Mobilfunk-Umsätze im Bereich Sprachtelefonie nicht gefährdet werden. Diese Sperren können auch technisch forciert werden. Andere Provider gegen dazu über, Filesharing-Dienste in ihren Netzen zu drosseln oder zu sperren.
Andererseits können durch bevorzugte Behandlung (gegen Zahlung einer Gebühr seitens des Serviceanbieters) z.B. große E-Commerce-Websites, Social-Media-Sites oder bestimmte Videoportale bevorzugt behandelt werden - die kleineren Anbieter, die sich die geforderten Zahlungen nicht leisten könnten, hätten das Nachsehen, da der Besuch ihrer Angebote weniger komfortabel oder ggf. für die Kunden des Access Providers gar nicht mehr möglich wäre.
Zieht man zudem in Betracht, dass Suchmaschinen wie Google mittlerweile auch die Ladezeiten der einzelnen Angebote im Suchmaschinen-Ranking berücksichtigen, dann besteht die Gefahr, dass bei Missachtung der Netzneutralität kleine, finanziell schwächer ausgestattete Angebote wie Startups, private Initiativen und kulturell wertvolle Nischenangebote schlechtere (und vielleicht irgendwann gar keine) Chancen haben, ihre Zielgruppe zu erreichen. Dabei besteht ein zusätzliches Problem darin, dass die Zugangsbeschränkungen durch den Access Provider für den Endnutzer nicht direkt erkennbar sind - er sucht die Schuld für langsame Verbindungen u.ä. dann ggf. beim Serviceprovider, obwohl diesen keine Schuld trifft.

Flash-Speicher, Solid State Drives
[03.11.2010]
Solid State Drives mit Flash-Speicher versprechen schnellere Computer bei niedrigerem Energieverbrauch und Gewicht.
Alle reden darüber, doch was verbirgt sich eigentlich dahinter? Spätestens mit der Vorstellung des neuen MacBook Air von Apple rückt der sogenannte Flash-Speicher (wieder einmal) ins Blickfeld der Kunden. Bei diesen kleinen Notebooks ersetzt Flash-Speicher (auch: Solid State Drives, SSD) die Festplatte. Das spart Gewicht, es gibt keine beweglichen Teile mehr wie bei einer herkömmlichen Festplatte und der Datendurchsatz ist im Vergleich zu dieser deutlich höher.
Der Flash-Speicher besteht dabei aus einzelnen Speicherchips, deren Besonderheit es ist, auch ohne Stromzufuhr ihren Inhalt zu behalten - daher auch der Name „Solid State“. Herkömmliche Speicherbausteine verlieren ihren Speicherinhalt, sobald der Strom abgeschaltet wird.
Tatsächlich ist Flash-Speicher nichts Neues: Die Speicherkarten für Digitalkameras und Handys funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Auch Geräte wie das iPad verdanken dem eingebauten Flash-Speicher, dass sie nicht erst (wie ein PC) gebootet werden müssen, sondern direkt nach dem Einschalten benutzbar sind.
Als Ersatz für herkömmliche Festplatten, die in PCs und Notebooks zum Einsatz kommen, sind Solid State Drives seit einigen Jahren verfügbar, fristen aber ein Nischendasein. Der Grund sind die hohen Kosten und geringen Speicherkapazitäten im Vergleich zu konventionellen Festplatten. Mittlerweile erscheinen aber immer mehr SSDs zu bezahlbaren Preisen mit hoher Zuverlässigkeit und Performance bei gleichzeitig niedrigem Energieverbrauch und Gewicht als PC-Komponenten. Einige Hersteller bauen SSDs daher mittlerweile ab Werk in Notebooks und PCs ein, wie auch das Beispiel des neuen MacBook Air zeigt.
Übrigens hat Flash-Speicher nichts mit Adobe Flash, einer proprietären Software für Animationen und interaktive Multimediainhalte, und dem dazu als Webbrowser-Addon benötigten Flash-Player zu tun.

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